199
IV.
Schweizerische Gastfreundschaft in Batavia . — Der „behandelte" Arzt. —Museum. — Koningsplein. — Javas Kolonisatoren. — Religion der Javaner. —Mohammedanisches Gotteshaus. — Javaner Schulmeister. — Holländische Koloni-
Die Gastfreundschaft, wie ich sie bei der Familie Z.genoß, sucht ihresgleichen. Die guten Leutchen hatten auf-merksame Augen auch für meine kleinsten Bedürfnisse, undihre Liebenswürdigkeit im Verein mit dem freundlichen Ent-gegenkommen einiger anderer Kompatrioten, speziell des schwei-zerischen Konsuls, Herrn D. aus St. Gallen , machten mirden Entschluß leicht, meinen Aufenthalt auf Java, entgegenmeiner ursprünglichen Absicht, auf mehrere Wochen zu ver-längern. — Die Frau vorn Hause dehnte ihre Sorgfalt fürmein leibliches Wohlbefinden in einer Weise aus, die mirverhängnisvoll wurde. Wie alle Eingebornen, namentlichdiejenigen besserer Familien, verstund sie sich auch etwas aufdie edle Heilkunst und verfügte über einen entsprechendenArzneischatz. Sie tat sich nicht wenig darauf zu gute, undich muß ihr Gerechtigkeit widerfahren lassen und bezeugen,daß sie nach ganz vernünftigen, durchdachten Grundsätzenhandelte, gestützt auf zahlreiche Erfahrungen, die sich dortvon Generation zu Generation vererben und das um soeher, als die Eingebornen in Krankheitsfällen vielfach aufSelbsthilfe angewiesen sind. Aber wie erschrak ich, als sieMiene machte, auch mein unglückseliges Seelengehäuse mitihren Heiltränklein zu beglücken, sobald sie erfahren hatte,daß ich an den Folgen einer Blutvergiftung mich noch zeit-weise krank fühle! Tumulawa hieß der Zaubername, dessenmaterielles Substrat mir meine diensteifrige und gesnndheits-besorgte Wirtin zudachte. Tumulawa! Wenn ich dein ge-