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Briefe aus dem Fernen Osten / von Dr. E. Haffter
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Holländische Kolonisationspolitik.

des europäischen Usurpatoren. Das Verbot gegen die Pro-paganda des Christentums basiert auch nicht auf der Pietätfür die hergebrachten religiösen Anschauungen der Javaner,so schön sich das anhört, sondern auf der eigennützigenBefürchtung, es möchte der herrliche Kern des Christen-tums, das Prinzip der Nächstenliebe und die sichre von derGleichheit der Menschen, Früchte tragen, die den jetzigenBesitzern und willkürlichen Herren des Landes verhängnis-voll werden könnten.

Da verfahren die Engländer in ihren Kolonien ganzanders; sie lassen sich das geistige und leibliche Wohl derCingebornen sehr angelegen sein, sorgen für vorzüglicheSchulen und trachten auf alle Weise darnach, ihren 240 Mil-lionen Hindus und Malayen diejenige Freiheit zu verschaffen,die der Mensch erst durch Bildung, Sitte und Gesetz habenkann und zu welcher er sorgfältig erzogen werden muß.Und das tun sie angesichts der Wahrscheinlichkeit, daß diesesFreiheitsgefühl einst ein nationales Element der Inder unddie Triebfeder zur vielleicht baldigen sioslösung Britisch-Jndiens von England werden wird, zur Bildung einesselbständigen, unabhängigen Staatswesens.

Die Asiaten holländischer Herrschaft sindfreie Männer"in anderem Sinne. Sie haben keinen Neligions- undSchulzwang, d. h. sie dürfen nach wie vor stupid und dünnnbleiben, keinen Impfzwang, d. h. sie liefern, wie vor Zeiten,ein gehöriges Kontingent Geblätterter und Blinder rc.

Von welchem Standpunkte aus die Holländer das Geschäftdes Zivilisierens betreiben, erhellt aus einer gesetzlichen Ver-fügung vom Jahre 1883 (!), wonach es den Chinesen aufJava verboten ist, ihre Kinder in höhere Schulen zu schicken.Furcht vor der chinesischen Konkurrenz und die Überzeugung,daß die Bildung der Untergebenen die höchste und für die