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Maikäfer-Komödie / Joseph Viktor Widmann
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83
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Halb ist ihm nur bewußt, was er verspürt;

Doch dünkt ihn, daß von allem, was auf ErdenEs gibt, er jetzt das Feinste hat berührt,

Daß ihm ein höhres Glück nicht konnte werden.

Zwar einen Augenblick nur darf er weilen,

Bis er gepackt den ungebetnen Gast.

Doch tausend Meilen glaubt er zu durcheilen,Ein Reich, das jede Herrlichkeit umfaßt.

Und daß es wogt in schauerndem ErbebenSo weich, so warm, so zart, so wonnevoll,Gießt in die Adern ihm ein stolzes Leben,Wies niemals ihn so glühend noch durchquoll.

Der Käfer lag im engen Hügeltal,

Mit seinen Tarsen links und rechts sich klammernd;Der zarten Haut schuf dies vornehmlich Qual.

Doch stille hielt das Mädchen, nicht mehr jammernd,Nur harrend, atemlos, daß dem VersteckDas Untier in des Retters Hand entsteige;

Es galt, daß sie sich rühre nicht vom Fleck,

Der Hand gefällig sich vornüber neige.

Nach einer Ewigkeit von zwei SekundenZieht, halbgeschlossen, sich die Faust zurück.

Das Schreckens-Tier ist fort! Dies wird empfundenVon Trudchen als ein großes, volles Glück.