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Führer von Wien nach Genf / unter Mitwirkung namhafter Touristen Oesterreichs und der Schweiz ; herausgegeben von Bernhard Frey in Winterthur
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Ko UTE 30.

Gehen wir von der Tonhalle abwärts längs dem Sonnen-quai (1. in der Limmat die Bauschanze, eine mit hohen Bäumenbepflanzte Insel, seit Erbauung der Quaibrücke seltener besucht,u. das Stadthausquai), so gelangen wir vorüber zu der merk-würdigen Wasserkirche, einst die Hauskapelle der Gaugrafen,1486 von Hans Waldmann neu gebaut. Die Kirche ist ein-schiffig, von glänzender, spätgotliischer Gewölbetechnik. Dieoffene Halle am Helmhaus daneben diente ursprünglich fürdas Schioltheissengericht, jetzt haben Kleinhändler sich darineinlogirt. Gegenwärtig enthält die "Wasserkirche die Stadt-bibliothek mit literar-historischen Sehenswürdigkeiten u. treff-lichen Glasgemälden aus dem 16. Jahrh. Auch wird die Tisch-platte gezeigt, auf der Hans Holbein 1515 für Hans Beer inBasel den Niemand, den Krämer mit dem Affen, sowie Jagd-,Turnier- u. Schmausscenen darstellte; ferner das antiquarischeMuseum mit ausserordentlich reichen Schätzen an assyrischen Reliefs u. Pfahlbauausgrabungen aus der Stein-, Bronce- u.Eisenzeit. Die Bibliothek enthält sehr werthvolle Manuskripte(von Zwingli , Heinrich IY., Johanna Grey, Friedrich demGrossen etc.), welche ein gutes Zeugniss für die BedeutungZürichs in der "Welt des Geistes ablegen.

In der Anlage auf der Südseite der "Wasserkirche soll dasZwinglidenkmal aufgestellt werden; allein dieses Projekt stösstauf ernstlichen "Widerstand, da der Platz als ungünstig be-urtheilt wird. Hier eine meteorologische Säule.

Eine breite u. schöne Steintreppe führt von der Wasser-kirche zur Münsterterrasse empor, auf deren Höhe das Gross-münster , die architektonisch u. historisch bedeutendste KircheZürichs, gebaut ist. Zwei gewaltige Thürme ragen 100 Fusshoch in die Lüfte, u. droben sitzt, aus Stein gemeisselt, derstumme Zeuge eines längst entschwundenen Jahrtausends:Karl der Grosse , der mit dem Schwert auf dem SchoosseUrtheil u. Recht spricht, ein "Werk aus der Zeit Kaiser Ottos.Die Thürme trugen von 1488 an hohe Spitzhelme mit bleiernemMasswerk u. den Stadtfarben, deren Erstellung auf BetriebHans Waldmanns erfolgte. Nach ihrer Zerstörung durch Blitz-schlag wurden sie 1799 durch hölzerne, kupferbeschlageneKuppeln ersetzt. "Wann das Grossmünster gegründet worden,lässt sich kaum mehr ermitteln. Doch scheint schon Karl derGrosse das mit demselben verbundene Chorherrenstift (jetztrenovirt, höhere Mädchenschule) begünstigt zu haben. DasMünster , einst königliches Besitzthum, diente als Leutkirchefür alles Volk zwischen Glatt u. Limmat . 1078 durch eineFeuersbrunst zerstört, wurde es 1289 neu geweiht. Hier liess