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berge bei Quine in Albulathale 3500' ü. M., und vom zehnten biszwölften Jahrhundert sogar noch bei Remüs im Unterengadin, 8600 bis3900' ü. M. Solche Thatsachen sind bisher unerklärlich geblieben; dennnimmt man auch an, daß sich unsere Voreltern mit einem geringern Weinebegnügt haben, als er heutzutage verlangt wird, so mußte er doch wenig-stens ein genießbares Getränke sein. In unseren Zeiten aber vermag derWeinstock in Graubünden bei 3000' ü. M. seine Früchte nicht mehr zurReife zu bringen.
Der gegenwärtige Weinbau in der Schweiz bringt, wie wir gesehenhaben, unserer Bevölkerung eine höchst beträchtliche Summe ein. Ist esauch richtig, daß sehr viel geringer Wein erzeugt, und dieser dann wegenseiner verhältnißmäßigen Werthlosigkeit in schädlichem Uebermaße in denbetreffenden Gegenden verbraucht wird, und kann man auch zugeben, daßviele Weinberge in schlechten Lagen besser ausgereutet, und der Platz fürangemessenere Pflanzungen verwendet würde, so erhält doch im Ganzenunser Weinbau dadurch einen um so höhsrn Werth, weil er zumeist Boden-flächen verwerthet, die für den Ackerbau weniger geeignet wären. Ueber-dieß ist er nur selten (im Waadtlande) die einzige Beschäftigung und dieeinzige Einnahmsquelle der Bevölkerung, sondern geht meistens als Zwischen-gewerbe Hand in Hand mit dem Betriebe anderer landwirthschaftlicherErwerbszweige. Immerhin sind wir noch fern davon, unsern schweizerischenWeinbedarf selbst zu erzeugen. So betrug im Jahre 1863 die Mehr-einfuhr von Faßweinen (nach Abzug der unbedeutenden Ausfuhr) 766,705Zentner, die Mehreinfuhr des Jahres 1864 sogar 836,454 Zentner.
Für den innern Verkehr ist die Eingangssteuer (Ohmgeld), mit welcherdreizehn Kantone den Wein belasten, eine große und unbillige Beschwerde.Dieselbe beläust sich jährlich im Ganzen auf nahezu zwei Millionen undhindert den Weinbauer, sein Produkt in der Schweiz eben so frei zu ver-werthen, wie es bei andern Produkten der Fall ist.
103. Der «einende Trinker.
Als Anno Elf gekeltert war,
Schien noch die Sonne heiß und klar.
Die Sonne schien so klar und heiß:
Vor seiner Thüre weint' ein Greis,
Hielt in der Hand ein Glas mit Wein,Und helle Thränen tropften d'rein.
„Was weinst du, guter, alter Mann?
Hat dir ein Feind zu nah' gethan?"
„„Zu nah' gethan hat mir kein Feind;Ich weine, weil die Sonne scheint!""