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Der schweizerische Schul- und Hausfreund, ein Lesebuch für die Ergänzungs- und Sekundarschule und für den Familienkreis / von Dr. Thomas Scherr
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u. Der Lehmboden.

Dieser besteht etwa aus 40 Theilen Thon und 60 Theilen Sand und istleicht zu erkennen und von andern Bodenarten zu unterscheiden. Es lassensich aus demselben, wie aus der Brodkrume Kügelchen bilden, welchejedoch nicht, wie die Brodkügelchen, fest werden, sondern des Sandeswegen, den sie enthalten, leicht wieder zerfallen. Pflügt man diesenBoden bei noch ziemlicher Nässe, so zeigen sich an der Riester langeSchnitten, welche aber beim Trockenwerden alsbald zerfallen. Nimmtman Lehmerde mit sich nach Hause und legt sie auf den warmen Ofen,so zerfällt dieselbe in ein braunes Pulver.

Das sind im Wesentlichen die Erkennungsmerkmale des Lehmbodens.Doch ist derselbe nicht überall gleich, weil die Mischung von Thon undSand sehr verschieden ist. Ist mehr Thon als Sand darin, so ist eszäher Lehmboden; ist bedeutend mehr Sand als Thon vorhanden,so ist es milder Lehmboden; ist dem Boden Kalk beigemischt, so heißter kalkhaltiger Lehmboden; ist die Farbe des Bodens gelb oderröthlich, so ist es eisenhaltiger Lehmboden.

d. Der Thonboden.

Er besteht aus ungefähr 60 Theilen Thon und 40 Theilen Kiesel-erde, jedoch so sein mit einander verbunden, daß sich der Kiesel kaummehr unterscheiden läßt.

Die Farbe dieses Bodens ist verschieden, je nachdem immer nochandere Bestandtheile damit vereinigt sind. Gewöhnlich ist er grau odergelblich, selten blau oder röthlich. Ist der Thongehalt sehr bedeutendüberwiegend, so sagt man, es ist str e ng er Thonboden; findet sich darinKalk und Gyps, so heißt er starker Weizenboden. Sehr oft wirddiese Bodenart auch als Letten bezeichnet, auch kalter oder schwererBoden genannt. Formt man aus demselben Kügelchen, so zerfallen sienicht, wie die des Lehmbodens, sondern sie werden, wenn man sie aneinen trockenen Ort bringt, sehr fest und hart.

In nassem Zustande hängt sich der Thon stark an die Schuhe oderStiefel, so wie an die Werkzeuge, mit welchen man ihn bearbeitet;die Furchen werden zähe und glänzend, während sie in trockenem Zu-stande feste, grobe Schollen bilden. Von allen Bodenarten ist er amschwersten zu bearbeiten. Bei anhaltend trockener Witterung springt erauf und bildet oft lange und breite Spalten.

o. Der Kalkboden.

Der Kalkboden ist durch Verwitterung des Kalksteins entstanden.Der Kalkstein, wie wir ihn in der Natur finden, besteht ausCalcium,Sauerstoff und Kohlensäure und wird kurzweg Kalk genann