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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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gehört. Ist dem so, so kann, wie gigantisch diesesWerk erscheint, an der Datierung desselben aus demzehnten Jahrhundert nicht mehr festgehalten werden.Einen gewölbten Turmchor besitzt die Kirche von Bergbei Bürglen und romanisch ist wohl auch das Chör-lein der Schloßkapelle von O e t l i s h a » s c n.

Zwei merkwürdige Monumente sind untergegangen.Im Hose des Schlosses Frauenfeld hatte bis 1839 diesogenannte Schloßscheune gestanden. Nüschclerwill sie für eine ehemalige Liebfrauenkavelle gehaltenwissen und berichtet von derselben:Die eine Hälftedes Gebäudes halte sorgfältig gearbeitete, kleine Bogen-fenster und einen Gurt, dessen Verzierungen an diejenigendes Großmünsters in Zürich erinnerten, besondersaber zwei ebenfalls kunstreich verzierte steinerne Thür-gerichte in der die Mitte des Gebäudes durchschneiden,den Mauer."

Im Rosgartcu-Musenm von Konstanz sind dieeinzigen romanischen Bildwerke ansbewahrt, die Thur-gau besaß. Sie stammen aus K r e u z l i n g e u, wounweit des Klosters bis 1891 dieKapelle derSonderiieche» am Feld" gestanden hatte.Eine slüchtige Skizze hat Ferdinand Keller in denZeichnungsbückern der antiquarischen Gesellschaft inZürich hinterlassen. Demnach waren jene Bildwerke aneiner äußern Langwand hart unter dem Dache ange-bracht. Sie stellen in Hochrelief die thronenden Ge-stalten Christi, der Gottesmutter und des heiligenPetrus vor, gedrungene Figuren, die in derber Aus-führung alle Merkmale streng-romanischen Stiles zeigen.Die wunderliche Verdrehung der Rechten, mit welcherder Heiland den Segen spendet, möge der Eingebungzu Gute gehalten werden, die der Meister der Natur-anschauung vorgezogen hat. Ueber die innere Be-schaffenheit des Kirchleins. das kleine Nundbogensensterhatte und eine grobe Mauerung aus Kugclsteinen zeigte,liegen keine Berichte vor.