16
pflanzung fremder Spezies auf den gerodeten Stellen oder garvon einem Ersatz der einheimischen Arten durch amerikanischeRehen kann aber einstweilen noch gar keine Rede sein, da,wie ich früher auszuführen Gelegenheit hatte, die exotischenArten weder so leicht anpassungsfähig noch so immun sind,wie man längere Zeit angenommen hatte. Ebenso vorsichtigwerden wir in der Anwendung neu angepriesener Insectieidesein müssen. Wir anerkennen zwar die Bemühungen derverschiedenen Forscher, ein Mittel zu linden, das die Reblaus-Kalamität aus der Welt schafft, selbst dann, wenn der aufLösung dieses Problems gesetzte Preis der französischen Re-gierung das Leitmotiv bilden sollte. Aber hüten sollen wiruns davor, ihre Theorien sofort in Praxis umsetzen zu wollen.So berechtigt die Hoffnungen auch sein mögen, die manz. B. gegenwärtig auf den Phosphorwasserstoff ProfessorOettlis oder auf das „Phylloxerol“ Herrn Eugen Courvoisierssetzt, so entschieden müssen wir verlangen, daß solche Sub-stanzen zuerst längere Zeit auf ihre Wirkung erprobt Werden.Mißerfolge, wie sie zeitlich zu wenig erdauerte v Reblaus-mittel“ leicht aufweisen könnten, sind immer mit Zeit- undGeldverschwendung verbunden und würden unsere ohnehingeplagten Weinbauern total entmutigen.
Der I. Experte
der kantonalen Ilebschaukommiman:
I)r. Stauflaclier.
981199303