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Stellung einnimmt, und das ist bis heute nur ausnahmsweiseder Pall.
Es tritt durch die einseitig theoretische Beschäftigung undsitzende Lebensweise aber auch eine gewisse Verweichlichung derMuskeln ein, dass sie für anhaltende und anstrengende Hand-arbeit ungeeignet werden und derselben durch schnelle Ermüdungund Erschlaffung widerstreben. So lernt der Schüler den Segender Handarbeit gar nicht kennen, sondern nur ihre Mühe undPlage, die abschreckend wirken, und es bewährt sich das Wortdes Dichters von überlebten Gesetzen auch an Lehrplänen undSchulsystemen:
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage,
Weh dir, dass du ein Enkel bist. (Göthe.)
In landwirtschaftlichen und Handwerkerverhältnissen wirdnun allerdings diese Einseitigkeit durch Betätigung der Kinderausserhalb der Schule teilweise aufgehoben, aber während desWintersemesters meist in geringerem Masse, und für die Schülerder Sekundär- und Mittelschule müssen aus bekannten Gründendie Ansprüche des elterlichen Hauses an ihre Mitarbeit mehr undmehr zurücktreten.
Da ist nun freilich schwer abzuhelfen, denn der Gedankean ein durchgreifendes Abrüsten in den Lehrplänen und an einerückgängige Bewegung in der intellektuellen Bildung widerstrebtuns entschieden. Aber einige Mittel und Wege, um dem Schadenzu wehren, ohne das erlangte Gute wieder teilweise preiszugeben,gibt es doch. Das erste besteht in einer durchgehends vermehrtenRücksicht auf die. körperliche Erziehung und Entwicklung aufallen Stufen der Volksschule. Und zwar kann dies nicht blosdurch vermehrte Turnübungen geschehen, sondern auch Ernäh-rung und Lebensweise der Schulkinder sollte der Staat ins Augefassen und nach gesunden Grundsätzen zu regulieren suchen, wie dereinsichtsvolle und volksfreundliche Bundesrat Dr. C. Schenk richtigerkannt hat. Dafür würde eine Bundessubvention im höchstenMasse gerechtfertigt sein und reichen Segen stiften können. 1 )
Auch für unser Volk gilt, was der weise Herb. Spencerseiner Nation sagt: »Gebt eine so hohe Geistesbildung wie mög-lich, je höher, desto besser; nur darf der Körper nicht dabeileiden und damit das Endziel der Erziehung aufgehoben werden.Die körperliche Erziehung ist in verschiedener Hinsicht fehler-