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Schweizerbart und Treuherz / von Thomas Bornhauser
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see und rufe: Kommet, o Eidgenossen, und lernet, wie DDumpfheit und Leichtsinn sich straft. Lasset euch warnen, Zni

benuzet die Zeit und gebet euch einen bessern Bund. B

Schulmeister. Es ist wahr, wir sollten den Augen- stkblik erkaufen.

Treuherz. Schauet rechts, schauet links, nach- Bden und nach Norden. Was bemerket ihr überall? Ein ^ ,«!gewisses Etwas, was früher nicht war, eine Gährnng in ^ xiiiden Gemüthern der Menschen, eine Bewegung in den Tiefender Völker. Die Wolken ziehen, der See geht hohl, dieWinde tosen der Sturm wird da sein, bevor wir esvermuthen, der Sturm, der alle Elemente aufrührt zumKampfe zwischen Freiheit und Knechtschaft, der Sturm,der die Kronen von den Häuptern der Könige wirft unddie Völker, die todtgeglaubten, mit Donnerstimme hervor- tzruft aus den Gräbern. Jenes Etwas, das einen Herodesmit Grauen erfüllte vor dem schuldlosen Kinde in Beth-lehems Krippe; jenes Etwas, das im Mittelalter dem d

Flammenhaufen betender WahrheitshelLen entstieg und wie ,,

Geisterwehen durch die bebenden Hallen des Vatikans ging das Etwas ist wieder da, das Zeichen fliegt von Königs- ^

bürg zu Königsburg und verkündet den zweifelnden Völkern

der Erde den Anbruch einer neuen Zeit. Vieles haben wir z

gesehen und erlebt in den lezten Jahren. Alte Throne Z

versanken und neue erhoben sich; Völker zerrissen ihre Ketten ^ ^und wurden wieder unterjocht. Das Ende ist noch nicht da, ,es ist, was wir sahen, ein Vorspiel nur des Drama's, das ^ hsich eröffnet vor den Augen der staunenden Welt. Gehetin alle Gauen, verkündet es auf allen Bergen und in allen ,Thälern, daß die Stunde der Prüfung naht, und daß meinVolk das morsche Fahrzeug bessern soll, ehe der heulendeSturm der Welt sich erhebt.

Stadtrath. Uud wenn sie's nicht glauben; wenndie Söhne der Alpen dich und uns als Thoren, als Träu-mer verlachen?

Treuhcrz. Dann haben wir unsere Pflicht gethan.