Buch 
Dorfgenossen : : neue Erzählungen / / Alfred Huggenberger ; mit Buchschmuk von Otto Marquard
Entstehung
Seite
167
JPEG-Download
 

und daß ich mir eher den Daumenfinger abbeißen,als so einem grad gewachsenen jungen Ding et-was zuleid tun könnte. Denn, trotz der Dunkel-heit hätt' ich darauf gewettet, meine Begleiterinkönne kaum einen Tag über die tausend Wochenhinaus sein.

Im Weitergehen schwatzte sie fast in einemfort, wie wenn ihr das Stillschweigen unbequemwäre. Ohne zu fragen, erfuhr ich von ihr, daßsie droben auf der Buchenegg daheim sei, unddaß sie sich bei ihren Verwandten in Melchen-brunn, bei Schuhmacher Wenks, verspätet habe.Natürlich ließ ich sie wissen, daß der Wenk auchnoch ein wenig mein Vetter sei, zwar nur ganzweit hinaus aus der neunten Suppe einen Schnitz.Darüber lachten wir eins, und waren beide derMeinung, das sei nun ein sehr lustiger Zufall.Sie berichtete dann mit einiger Besorgnis vonder Annette, deren Äochzeiter sich manchmal drei,vier Wochen lang nicht blicken lasse, während esdoch jetzt notwendig vorwärts gehen sollte. Wäh-rend wir aus dem Walde heraus und an demkleinen Lalden -Rebberg vorbeikamen, fing sie vonder Rebarbeit an. Wie sie dieses Frühjahr hierbeim Äeften an die Finger gefroren und was siefür eine Lerrgottsmühe habe, ihrer Schwägerin,die aus dem Oberland sei, das Nebwerk beizu-bringen. Vorgestern habe sie bereits schon mit

167