Jahre 1303 in seine Stadtchronik von Verona auf (15V4). Aber einsolcher Stoff bedarf noch des Ausreitens durch Jahrzehnte. DonItalien wanderte die Erzählung weiter nach Frankreich, wo sieinnerhalb dreißig Jahren (1540-1570) nicht weniger als sechsmalüberarbeitet wurde, u.a. von Chäteauvieux in seiner „Liagsäisäs komso st ssuliottv" und in der Nvvellensammlung „Ristoirsstraxiqus," von Boaistuau und Belleforest. Ja sogar nach Spa-nien hinüber drang ihrRuf. Der große spanischeDramatikerL opede Bega verfaßte 1602 ein Schauspiel „Oastolvinss z- blontssss",und sein Nachfolger Rosas Jorilla schrieb ein Lustspiel, betitelt:I-os Lanäos äs Verona (1650). Beide belohnten darin die hart-geprüften Liebenden mit einer glücklichen Ehe.
Inzwischen war Bandellos Romeo-Novelle durch Boaistuau undBelleforests Nvvellensammlung „8istoirss tragiizues" auch längstin England bekannt geworden. Der Engländer Brooke schrieb1561 eine Versdichtung mit dem Titel: „Vtw bragivaU Lisbor^s okkoinsu» anä äulist", die mancherlei Schönheiten der Sprache aus-weist. Sechs Jahre später veröffentlichte William Paynter inseinem „kalaoo ok klsasurs" die „Oooäl^ distory ok tüv trug anäoonstant lovs bstvssus Rüomso anä äulistta". Auf diesen zweienglischen Fassungen beruht endlich Shakespeares Drama„ktornso anä äulist" vom Jahre lZ93.
Durch ihn hat der tausendjährige Stoff die höchste Form erhalten,in der er für alle Zeiten festgelegt ist. Shakespeare schöpfte ausbeiden englischen Bearbeitungen, schloß sich aber eher an Brooke an.Schwerlich wird er die italienischen Quellen direkt gekannt haben.So viel über die Quellengeschichte von Romeo und Julia.Vergleicht man nun zum Schluß all diese Romeo und Julia-Be-arbeitungen, so kommt Shakespeares Drama keine an Liebreiznäher als diealtitalienischeNovelle von Luigi da Porto, die hier
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