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vi. Johannes Meyer.
Kollegiums und seine Lehrer erhielten folgerichtig den TitelProfessoren. Die Realabteilung hatte nur fünf Klassen. Einbesonderes Abiturienten-Eramen wurde an beiden Abteilungennicht abgenommen, sondern die Schüler, welche das letzteKlasseneramen mit Erfolg bestanden, erhielten das Maturitäts-zeugnis. In der Lehrerschaft traten ebenfalls große Ver-änderungen ein; ein Teil der Lehrer wurde an die städtischeRealschule versetzt, andere wurden pensioniert. Als neueLehrer wurden angestellt: Für das Deutsche Ludwig Frauer,ein Germanist aus der Schule Uhlands, der allerdings diehervorragenden Eigenschaften Götzingers nicht besaß, aberdurch seinen pflichttreuen Unterricht gute Erfolge, namentlichim deutschen Aufsatz erzielte; für Geographie und GeschichteProfessor K. Knies, der wie ein Buch sprach und sich in dieGeschichte der Schweiz so rasch und gründlich vertiefte, daßsein Unterricht die Schüler durch seine Wärme und Begeisterungin Erstaunen setzte. Professor Meyner aus Wittenberg lehrtedie klassischen Sprachen; er war ein erakter Philologe; leiderpflegte er noch die Uebungen im Anfertigen von lateinischenVersen, welche für die Schüler eine große Qual bildeten,well die meisten Lehrer der klassischen Sprachen damals nichtgenau nach der Quantität sprachen und folglich fast jedesWort nachgeschlagen werden mußte. Er erzählte vieles ausseiner eigenen Lebensgeschichte, z. V. vom Durchgang derFranzosen nach Rußland. AIs Lehrer der Mathematik wurdeProfessor I. Amsler aus Schinznach angestellt. Für den Unter-richt dieses so berühmt gewordenen Mathematikers und In-genieurs scheint Johannes Meyer nicht sehr empfänglich ge-wesen zu sein. Er sagt: „Amsler redete über die Köpfe derSchüler weg, ohne sich zu überzeugen, ob dieselben folgenkonnten, was man um so mehr empfand, als an der Real-Abteilung ein ausgezeichneter Lehrer, Zelter aus Württemberg,mit großem Erfolg unterrichtete". Der gesamte naturwissen-