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Aus dem Hungerjahr 1817 : : Stimmungsbild aus Bischofszell / / [Theodor Bridler?]
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zeitig den Ausfluß schärfster Mißstimmung gegen die Be-schlüsse des Stadtrates kund zu tun.

Mit scharfem Blick hatte Dr. Scherb die Eintretenden ge-mustert, und nachdem er ihr trotziges Gesuch prüfend und involler Seelenruhe angehört, war er sich sofort des ganzenErnstes der Zeit bewußt. In kurzen Worten gab er den Her-ren des Ausschusses zu verstehen, daß sie hier ein Begehrenstellten, das gegen die gesetzliche Vorschrift verstoße, da beiArmenunterstützungen einzig der Gemeindeverwaltung dasRecht zustehe, Beschlüsse zu fassen. Aus diesem Grunde könneselbstverständlich keine Bürgerversammlung bewilligt werden.Mit diesem knappen aber klaren Bescheid entließ er die Depu-tation. Voll Zorn im Herzen über den Stadtamtmann, durchdessen Machtwort sie ihre Pläne so elendiglich scheitern sahen,verließen sie sein Haus und steuerten wortlos der Wohnungdes erst seit Jahresfrist vermählten Arztes an der Schmalz-gasse zu. Nun galt es, rasch zu handeln. Beider Entschlußwar bald gefaßt. Da die Zeit drängte, verzichteten sie aufdie nochmalige Zusammenkunft ihrer Anhänger und Freunde.Qtt griff noch selbigen Abends zur Feder; allein verschiedeneUmstände brachten es mit sich, daß das Schreiben erst am13. Juni an den Stadtrat abgesandt wurde. Es hatte fol-genden Wortlaut:

Hochgeehrter Herr Stadtaman!

Hochgeehrte Herren Verwaltungs-Räthe!

Nothgedrungen durch wirkliche Zeitumstände nehmen wirBürgere uns nochmals die gerechte Freyheit, um Wohl-denselben unsere einzige anhänglichkeit zubeweisen denLöblichen Verwaltungs-Rath der Löbl. Stadt Bischoffzell Höf-lichst zuersuchen, laut früher durch die Mehrheit der Bür-gerschaft mitleren Standes unterzeichneten u. eingegebenenPetitums, zu Unterstützung in würklich noch niemals er-lebter Noth gleich Ihren wohlwürdigen Fohrsahreren, Ihrmöglichstes u. mehr als bis anhin geschehenes Beyzutragen,worüber wir Ihnen nicht erst die Ursache unseres Gesuchsanzeigen dürfen, weil sie leider allzubekant u. teils in frühe-rem Petitum angezeigt ist.

Um daher zu vollkommenem Zwek zugelangen, so laßenim früher eingegebenen Petitum unterschriebene an den Hoch-geachten Herr Stadtaman u. sämtliche Hochgeachte HerrenMitglieder des Löbl. Verwaltungs-Rath die Bitte gelangen,bis allerlängstens künftige Mitwochs eine allgemeine Bürger-gemeinde abhalten zu laßen u. jedem Bürger bey gewöhn-licher Buße die Anzeige davon zu machen, um über den so