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Aus dem Hungerjahr 1817 : : Stimmungsbild aus Bischofszell / / [Theodor Bridler?]
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So wie indeßen, die Bittstellenden Bürger, zu derjenigenMittelklaße gehören, die überall durch die neüesten schwerenZeiten auf das Empfindlichste gedrükt worden u. zurückgekom-men ist u. im Allgemeinen verhältnismäßig ungleich mehrgelitten, als die Klaße der öffentlich anerkannten Armen u.die da wo es nicht an Kräften gebricht, ihnen mit Hülseunter die Armen zugreifen als außergewöhnliche Unter-stüzungsbedürftige u. außer der allgemeinen Unterstüzung, derbesondern Consideration bedürfen, um die dauernden Spurengetragener Last der Zeit, zum Theil wenigstens von ihnenabzuwenden u. sie der Verlegenheit für ihr weiteres ehrlichesbürgerliches Fortkommen zu entreißen, so sollen sie, dieBittsteller, dem Löbl. Stadtrath Bischoffzell dahin angelegenstempfohlen seyn:daß ihnen, je nach besondern Umständen u.Verhältnißen aus den erkleklichen Disponiblen Gemeinds-fonds außer der bereits erhaltenen Unterstüzung noch eineweitere besondere Unterstüzung an Geld oder Naturalien oderzinsfrehes Anliehen zur Weilern Tröstung zukommen u. ab-gereicht werden wolle.

Gegeben Frauenseld, den 3. Octobre 1817.

Der Regierende Landamman: Anderwert.

Für den Kleinen Rath der Staatsschreiber: Hirzel.

Dr. Scherb konnte sich nicht enthalten, seiner Befriedigungüber die treffliche Art der Beilegung des Zwistes Ausdruckzu geben, und auch die übrigen Herren nickten zustimmend.Wie Balsam träufelten die Lobesworte in ihr Herz, und derStadtamtmann war auf der Stufenleiter seines Ehrgeizes eineSprosse höher gestiegen. Der Verweis der Regierung an diePetitionäre erinnerte die Stadtväter wiederum an die Wundedes Undankes, die trotz der Spanne Zeit noch nicht ganzvernarbt war.

Die Empfehlung des Kleinen Rates, die Stadtbehördemöchte den Wünschen der Bittsteller einigermaßen gerechtwerden, hatte zu ihrer nunmehrigen Daseinsberechtigungwesentlich eingebüßt, da sich inzwischen die Verhältnisse merk-lich besserten. Eine reichliche Ernte bewirkte alsbald nied-rigere Preise, ganz besonders des Brotes. Nach und nachkonnte auch der Handel und uneingeschränkte Verkauf allerübrigen Nahrungsmittel wieder frei gegeben werden. Zwarlitten die ärmeren Familien noch bis zum Frühjahr unterder Knappheit des Geldes. Daher ließ der Stadtrat die Mus-abgabe sowie die Austeilung der Armensuppe den Winterüber noch fortbestehen. Die Leinwand- und Baumwollfabri-kation erholten sich nicht so bald von dem schweren Schlage,