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Denkschrift zur Erinnerung an die Einweihung des neuen Sekundar-Schulhauses in Weinfelden im Oktober 1916 / / von U. Seiler, Sekundarlehrer, Weinfelden
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Eine zutreffende Begründung dieser Tatsache liegt wohl in ersterLinie darin, daß die Entschließung für gewisse Berufsarten einenmehrjährigen Sekundarschulbesuch erforderten. Wir verstehen darunternicht nur geistige Berufe, sondern vor allem auch den eines Geschäfts-mannes und Angestellten. Anderseits darf als Anziehungskraft dererweiterte, geistige Horizont neuer Fächer, neuer Sprachen, ein syste-matischer, individualisierter Unterricht genannt werden, der daraufberechnet war, im Schüler Interesse und Lernbegierde zu wecken, dieAnregung zu geben, das Gebotene sich zu eigen zu machen. Ein Teildes Verdienstes über vermehrten Schulbesuch fällt somit auch demLehrer zu, der durch seine Tätigkeit obige Wirkungen hervorzubringenvermochte. Und jeder ehemalige Sekundarschüler wird bestätigen:Mit Liebe und Dankbarkeit gedenkt er des unermüdlichen Lehrers,der ihm von Stunde zu Stunde wieder Neues und Interessantesbieten konnte." Daß die Schulvorsteherschaft durch förderliche Mit-wirkung, durch neuzeitlich entsprechende Reorganisationen in Bezug aufdie Zahl der Lehrkräfte, Lektionspläne, Rücksichtnahme auf die Forder-ungen des Mädchenunterrichts, der Schulhygiene beider Geschlechter,namentlich in den letzten zwei Dezennien, soll in aller Anerkennunghier seine Erwähnung finden. Das Betragen der Schüler und dieAufrechterhaltung einer guten Schuldisziplin erforderte oft ein ent-schiedenes Auftreten der Lehrer, hie und da das Eingreifen der Vor-steherschaft. Doch handelte es sich meist nur um einzelne Elemente,deren Zurechtweisung treffliche Früchte zeitigte. Die jedem Schülerübertragene Pflicht, im Betragen überall und gegen jedermann sichdes Anstandes und guter Sitte zu bedienen, bildete ein wesentlichesKapitel im Arbeitsprogramme der Sekundärschule Weinfelden. MitRücksicht auf die Hygiene wurde es den hiesigen Knaben der zweitenund dritten Klasse erlaubt, in die Knabenriege des Turnvereins ein-zutreten und mitzuturnen. Ebenso in einem Armbrustschießvereinmitzumachen. Selbstredend standen sie stets unter genauer Kontrolle.Gewöhnlich erfolgte nach strenger Repetitionszeit in der ersten Hälftedes April das Schlußexamen, worauf den Bleibenden die Promotion,den Austretenden ein neuer Lebensabschnitt winkte. Wurde auch dieFerienverkündung mit lärmender Freude begrüßt, so weckte doch die