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Joh. Konrad Künzler, Pfarrer und Dekan in Tägerwilen 1826-1902 : : ein Lebens- und Charakterbild / / gezeichnet von seinem dankbaren Schüler Johs. Weber, Lehrer
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Die Schlußrede an den Seminarprüfungen hieltin der Regel der Vorstand des Erziehungswesens.Wenn aber je Dekan Künzler als Vertreter der Seminar-kommission zum Schlußworte gelangte, dann konnteman sich stets eines gehaltreichen, geist- und gemüt-erhebenden Gedankenvortrags versehen. Da sprach sichein von klarer, von Idealen getragener, für jedengesunden Fortschritt begeisterter und gleichzeitig aufpraktische Ziele gerichteter Geist aus. Wo er An-erkennung aussprechen konnte, spendete er sie rückhalt-los ; wo es zu rügen galt, geschah es mit unvergleich-lich feinem Takt, ohne Schürfe und Bitterkeit; wersich vom Tadel getroffen fühlte, konnte nur innerlichdankbar dafür sein."

Köstlich war Künzler auch in den Abendstundennach der Prüfungsarbeit, wenn Behörden und Anstalts-lehrer in Konstanz oder Kreuzlingen gesellige Unter-haltung pflegten. Da täuschte man sich gern angesichtsder sonnigen Heiterkeit seines Gemütes und seines sooft geistsprühenden Humors über die muffige Examen-luft hinweg und gab sich willig dem Zauber hin, dervon dieser prächtigen Gestalt ausging."

Ganz besonders aber, fest und dauernd war DekanKünzler mit dem Seminar und seinem Wohlergehenverbunden durch sein inniges, herzliches Freundschafts-verhältnis zu Vater Rebsamen. Wer von uns allen,die in Kreuzlingen die Lehramtskandidatenprüfung be-standen haben, erinnerte sich nicht der zwei prächtigenGestalten, die droben im Konventszimmer die Prüfungin Religion, Pädagogik und deutscher Sprache ab-