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Andachts-Buch für Erbauung suchende Christen ohne Unterschied der Religion und ihrer Bekenntnisse zur Feyer der Charwoche
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Erste Betrachtung.

dann die Schmerzen, die Jesus fühlen mußte, er-wöget. Die Schmerzen der Gicht, des Steins,ja schon ein weit geringerer Schmerz, wie kannder, wenn wir uns nicht durch Religion sehr ge-bessert und gestärkt haben, uns so ganz aus allerFassung setzen! Da ist uns alles züwieder. Dabringt uns das geringste auf. Da scheuchen wiralle die um uns find durch unsre Grämlichkeitvon uns, und schütten über sie eine kränkende vee-drüßliche Rede nach der andern aus. Aber dieSchmerzen der Gicht und des Steins, was sinddie, gegen die Schmerzen, die Jesus bey derAnnagelung aus Kreuz nothwendig empfindenmußte! Welche Folter muß es seyn, wenn durchdie Hände und Füße Nägel geschlagen werden;der Körper erst auf den Hfahl, der an der Erdeliegt, genagelt, alsdenn mit selbigem aufgerichtet,und blos von diesen Nageln gehalten, zwischenErde und Himmel schwebet! Und während dieser,Mark und Bein erschütternden Folter, bleibt Je-sus so zufrieden mit Gott und Menschen. Dahören wir kein Wort, das Rachbegierde verräthaus seinem Munde; nichts, wozu sich vielleichtjeder andere Leidende, in der Lage und bey sol-chem Bewußtseyn seiner Unschuld / würde berech-tiget gehalten haben. So mancher würde in JesuLage geglaubt haben, seine Feinde, im gerechtenSchmerze leidender Unschuld, vor Gott anklagenzu dürfen. Allein so dachte, so handelte der liebe-volle Versöhner, der große Angebetete des Him-mels, nicht. Vielmehr vergißt er seinen Schmer-zen , unnenbare Schmerzen, die er vorzüglich daan seinem ganzen Körper fühlen mußte, als dasKreuz beym Aufrichten in die dazu verfertigteOefnung eingesenkt und durch das Einsenken derganze Körper erschüttert und mit aller Gewaltauf den in der Mitte des Kreuzes vorragenden

zu-