Zweyte Betrachtrmg.
LS
unser Heiland bis in den Tod auszeichnete. Einfrecher Betrüger konnte der nicht seyn, den nie-mand einer Sünde zeihen konnte, der immerdas heiligste Leben geführt hatte, der seine Zuhö-rer zu eitel Tugend und Gottseligkeit anwies,und dem Gott durch die herrlichsten Wunder, selbstdurch Stimmen vorn Himmel das Zeugniß gab,daß er Wohlgefallen an ihm habe. Jesus mußtealso von seiner messianischen Würde aufs sichersteund gründlichste überzeugt seyn. Darum redeteer so zum Schacher; darum handelte er seinemmessianischen bbaraeter bis in den Tod getreu.Wie wenig ist also daran zu zweifeln, daß eb wirk-lich sey, was den Grund unsers ganzen Glaubensan ihn, und alles Trostes, den wir in ihm finden,ausmacht, ncmlich Christus, des lebendigenGottes Sohn, der, von dem alle Prophetenzeugen, daß durch seinen Nahmen alle, die anihn glauben, Vergebung ihrer Sünden habensollen.
Wir erkennen aus dein Worte Jesu an denbußfertigen Schacher 2) wie liebreich er gegenbußfertige Sünder gcsinnet sey, und wie ge-trost sich diefelbigen an ihn wenden können,wenn sie nur recht hungrig und durstig nachGnade und Vergebung der Sünden sind undnach der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.Er schwebte zwischen Himmel und Erde am Kremze, fühlte alle Martern eines langsamen Todes,Schmerzen am Leibe und nahmenlose Qual anseiner Seele, und in diesem Zustande waren nochimmer die Sünder sein Augenmerk. Auch amKreuz' entdecken wir also noch mit Erstaunen seineSünderliebe, und sehen, wie williger war, sichihrer zu erbarmen, sie in seine Arme zu sammlenund ihnen den Himmel zu öffnen. Kaum wendet
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