Joh. 19, zo.
Da Jesus den Eßig genommen hatte, sprach Er: Esist vollbracht.
V?ir nähern uns nun dem Ende des leidendenJesu, der schon den Feyergesang seines Siegesnoch auf Golgatha anstimmte. Bald ist seinKampf vollendet, den Er um unsertwillen über-nommen hatte; bald schließt sich der Lauf seineswohlthätigen Lebens auf Erden, und wir sehenihn zu seinem Vater zurück kehren, aus dessenSchoos er zu uns gekommen war. Seine Lei-den verwandelten sich in himmlische Erquickungen,und seine Schmach in Ehre und Herrlichkeit.Nach den schrecklichen Gefühlen der Angst, dieseilte Seele durchdrungen hatten, und nach denpeinlichen Schmerzen seines Leibes kam nun dieErquickung, nach welcher er sich gesehnt, und dieauf ewig seine Leiden nicht mehr verbittern konnten.Die Stürme legten sich; das Herz schlug freyer, —der entscheidende Sieg war nahe; die Sieger-krone bereit sein müdes und ehrenvolles Haupt zuschmücken; triumphirend sprach Er: Es ist voll-bracht! So im süßesten Frieden, im vollen Vor-gefühl , der auf Ihn, nach erdulteten Leiden ohneZahl, wartenden Herrlichkeit, nahte sich derjenigedem letzten Augenblicke, der bisher der allerver-achtefte und rmwertheste gewesen war, sover-
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