Band 
Erster Band.
Seite
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Seele; je länger^ je weiter, und offener wurde die Aussicht,von meinem Blicke sah ich mit jedem Schritte neue Wälderund Thäler, neue Flüsse und Gebücge, eine neue Schö,pfung entstchn. Den Brüsten der alles ernährenden Cybeleglich das Gebürg, dessen Gipfel ich nahte; Hügel wuchsenaus Hügeln, Gebürg' aus Gcbürgcn. Schon hatte ich eineHöhe erreicht auf welcher kein Baum, kein Gesträuch mehrgedeiht, eine Höhe, wo kein befiederter Sänger sein Nestbaut; wo selbst am schwülsten Sommermittage kühlendeLüfte den Scheitel des Bergs umflattern.

Aber nunmehr auf diesem Scheitel des Bergs, wie wardmir? Hoch begeistert erhob ich zur nahen Sonne dicCtirne,gierig verschlang mein Geist den grossen, unermeßenci. Luft-raum ; plötzlich warf mich tiefe« Erstaunen zu Boden; vomheiligen Schauer ergriffen, fiel ich anfS Knie, faltete dieHände, betete Gott an, und mich selber fühlt' ich nicht mehrbis ein Thräncnstrom aus meinem Auge hervorbrach. Jtztfieng ich an, ruhiger zu werden, unvermerkt gclangs "mir,den tief erschütternden Eindruck des ganzen aufzulösen in ein-zelne Theile. Allein wie werd ichs, auch nur stückweise zubeschreiben im Stande seyn? So unauslöschlich das Ge-mälde vor meinem Geist schwebt, woher nehm ich zu treuerKopirung die Worte, woher ihre manigfache Abstufung undvielseitige Verbindung ? Wenn der Mahler die Figur und

dir