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Leonard Meisters theokratische Sittengemälde aus dem Heiligthume morgenländischer Vorwelt
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278
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Mardochai ließ ihr die Ursache «klären, und fordertesie zur Fürbitte für ihr Volk auf. Ach, erwiederte sie,was vermag ich r Wer ohne ausdrückliche Erlaubniß indas Innere des Pallastes hineingeht, der ist zum vorauszum Tode verdammt. Niemand rettet ihn, wenn nichtder Sultan gnädig den Zepter hinabsenkt. Schon überdreissig Lage, fuhr sie fort, wurde ich nicht mehr zumKönig gefodert. Mardochai stellte ihr durch den Käm,merling vor« sie sollte selbst in dem königlichen Paüasttta nicht die» günstigeres Schicksal als die übrigen Jsra-«litcn erwarten ; sie sollte ja nicht (wofern ihr dieEhre ihre» Hauses theuer sey) die Rettung der Reli-gionSgenoffen versäumen; endlich sollte sie bedenke«;daß sie vielleicht eben zur Rettung derselben zum Thronegeführt worden sey. Liefgerührt antwortete sie: »Geh,und versammle alle Israeliten zu Susa; betet undfastet für mich; auch ich will es thun; alsdann wagich mich vor das Angesicht des Monarchen. Tod »derLeben, mir gilt beydes gleich; ich opfere mich fürmeinen Gott und für mein Volk." Am dritten Lagehierauf erschien sie mit königlichem Schmucke 'in deminnern Dorhofe. Der Sultan erblickte sie, sah huld-reich auf sie herab, nnd neigte den Zepter. Scküch^-c- ter«