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Neue schweizerische Blumenlese
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357
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I

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3it deren Herz noch nicht der Wollust Flammeglüht.

' Kein Dichter stimmte noch so tief hinab die Leyer,

Und gleichwol klang sie nie verstimmt:

1 Kein Dichter sang wie du, in der Begeist'rung

! Feuer,

DaS niemals lodert, nie blaß in der Asche glimmt.

Ein jeder glaubt dich mehr als andre zu verstehen,Zu fühlen tiefer den verborgnen Sinn;

Und einen neuen Reiz in jedem Vers zu sehen,Führt ihn zum gleichen Lied die Laune zehnmal

» hin. '

Du kriechest nie, du wagst nie Gauklersprünge,Man merkt die Feile nie, nicht Dichterschweißund Müh.

Die Ritterihaten, Geister, Wunderdinge,

Nicht au» Maschinen, wie die Götter, fallen sie;Durch Schöpferhaud ligt alles vorbereitet;Werwoben in die Handlung, Knoten, Plan,Wird jede Schönheit nur aus der Natur geleitet,

,, Und an das Ganze schließt sich jedes Tbeilcheu an.

> , Nichts als ein loses Spiel sind deine leichten

Lieder:

Du präludierst und trillerst lange nur

Erhebst dich zum Olymp, sinkst wieder langsamnieder,