Eine englische Flotte schlug die spanische bey Messma.Der Herzog von Orkans bewilligte hierauf dem Königevon Spanien, Philipp V. den Frieden nur unter derBedingung, daß er den Alberoni abdanken sollte. Wirk-lich überlieferte Philipp V. diesen Minister den französischenTruppen , die ihn an die Gränzen von Italien führeten.Alberoni lebte hernach als päbstlicher Legat in Bolognen.In dem Frieden von Lambray im I. 1720. erhielt derHerzog von Savoien das Königreich Sardinien, und derKayser Sicilien, welches letztere Reich hernach das HausOesterreich verlohr. Den Frieden besiegelte eine dreyfacheVerlöbniß, nämlich die Vcrlöbniß zweyer Töchter desHerzogs von Orleans mit zween spanischen Prinzen, unddes Königs von Frankreichs mit der Jnfantin von Spa-nien. Zu diesen Verbindungen bewog der Jesuit d'Auben-lon den spanischen König nur unter der Bedingung, daßder Herzog von Orleans den Iesuiterorden begünsti-gen sollte. Nicht lange hernach nahmen die abergläubi-schen Bangigkeiten Philipps V. so überhand, daß er dieKrone seinem Sohne, Don Ludwig, abketten wollte. Die-sen Vorsatz eröffnete er in der Beichte dem d'Aubenton,und d'Aubenton verrieth die Beichte dem Herzog von Or-leans. Der Herzog schickte seinen Brief an den König;der König gab ihn kaltsinnig dem Beichtvater. Hierüber er-schrack dieser Letztere so sehr, daß er nicht lange hernachvor Gram den Geist aufgab.
IV.
So äusserst entzweyt bisher die beyden Höfe, Wienund Madridr gewesen, so enge vereinigten sich dieselbenin den Jahren 1724 und 1725. Ueber ein ganzes Jahrlang wurde der Wienerhof unumschränkt von, dem spani-schen beherrschet. So eifersüchtig bisher der Kayser denSpaniern den Weg nach Italien verschlossen hatte, so be-lehnte er nun gleichwohl den spanischen Prinzen, Don
Karlos,