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Leonard Meisters vermischte historische Unterhaltungen, über Europens Umbildung während der letzten Hälfte des XVIIIten Jahrhunderts
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16
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II.

i? Der Churfürst von Bayern , Rar! Albert,setzte ihrem Ansprüche den letzten Willen Ferdinands I. ent-gegen , dessen älteste Tochter, Anna, an einen bayerschenChurfürsten vermählet gewesen. 2? Der Churfürst vonSachsen und König in Polen berief sich auf eine Ver-kommniß des Kayfer Leopolds, kraft welcher die Töchterndes Kayfer Josephs den Töchtern des Kayfer Karls VI. vor-gehen sollten. ;? Der König in Spanien behauptete, daßnach einem alten Vertrag zwischen Karl V. und Ferdinan-den Oesterreich wieder an Spanien zurück fallen müsse.4? Der König in Frankreich stammte von mütterlicherSeite gleichfalls von dem österreichischen Haus ab , alleinlieber wollte er in diesem grossen Prozesse Schicdrichter alsMitbuhler seyn. Das Ungewitter brach von einer Seiteaus, wo man's am wenigsten vermuthete.

III.

Der König in Preussen, Friedrich II, der Grosse,bestieg kaum den Thron, als er schon im 1 .1740 seinealten Rechte auf vier schlesische Herzogthümer hervorsuchte. Inzwischen hatte sich gleichwohl Maria Theresia,die Gemahlin des Großherzogs von Toscana, Franzen vonLothringen, feyerlich in den Besitz ihres grossen väterlichenErbguts gesetzt. Um so vielmehr gewann sie das Herz derUngarn, da sie den Eidschwur des Königs Andreas ausdem I. 1222 erneuerte: Wenn ich, schwur sie," oder irgend einer meiner Nachfolger, eure Vorrechte auch nurim Geringsten verletzt, so habet Ihr und euere Nach- kommen die Freyheit zur Gegenwehr, ohne darum als Rebellen betrachtet zu werden." Ihre erste Sorge giengnun dahin, ihren Gemahl, ohne Nachtheil ihrer eigenenSouverainität, zum Mitrcgentcn zu machen. Auf solcheWeise schmeichelte sie sich, ihm den Weg zum Rayser/throne zu bahnen. Ihre Truppen aber waren schwach