Buch 
Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
Entstehung
Seite
97
JPEG-Download
 

9 /

Wie ein Pfeil auf eine Lerche herabschoß, die ihr spar-sames Futter auf den Stoppeln suchte, so nahm erdie Rinder bey der Hand und sagte: Dieß sey dasB»ld eines Niederträchtigen, der darauf lauere, ei-nem Unschuldigen zu schaden. Zuweilen, fuhr VaterBiedermann fort, gelingt ihm sein Werk. Der Un-schuldige muß unterliegen. Wer, wie der Geyerüber den Sperber kommt, so kommt gewöhnlich, frü-her oder spater, die Gerechtigkeit über den bösen Men-schen und bestraft ihn für seine Missethaten. Darum,meine Kinder, seyd immer sanftmülhig, wie dieTaube, lenksam, wie das Lämmchen, sparsam, wiedie Ameise, thätig, wie die Diene. Fliehet dieBösen, die Verlaumder, die Müßiggänger, dieVerschwender. Verabscheuet ihre Handlungen. Abervergeltet nie Haß mit Haß, Verfolgung mit Ver-folgung , Niederträchtigkeit mit Niederträchtigkeit.

Tief prägten sich diese Lehren, die Biedermannmit Wärme gab und durch sein Beyspiel bestätigte,m die jugendlichen Herzen ein. Einst riefen ihn Be-rufsgeschafre nach Lindau. Auch dahin dursten ihnseine Enkel, die lange schon diese schöne, auf einerInsel des Bvdensee's liegende Reichsstadt zu sehengewünscht hatten, begleiten. Als sie einige Straßendurchwandert hakten, kamen. sie zu einem großen

G