Buch 
Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
Entstehung
Seite
130
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bis sechs Schuhe betrug, und daß er ohne Mühe undGefahr hinabspringcn konnte. Schnell wurde derPlan zur Flucht gemacht, und eben so schnell ausge-führt. Jakob stieg zuerst hinab. Dann kam Lisette,klammerte ihre zarten Hände an die Fensterrahmenan und hops! stand auch sie glücklich und wohlbe-halten am Boden. Gottlob, sagten Beyde und höhl-ten tief Athem Gottlob! nun sind wir frey undkönnest zurückkehren zu unserer Mutter. Das Brodund das Fleisch, das ihnen gebracht worden war,hatte Lisette weislich in ihre Schürze gepackt. Dennmit gutem Gewissen kennten sie dieses mit sich neh-men , weil man es ihnen gegeben hatte.

Im Garten waren sie nun, die Entflohenen.Aber eine neue Verlegenheit! Die ?hüre dessel-ben war fest verschlossen und im Gefängniß - Zimmer-chen hörten sie ein Geräusche und bald darauf desbösen Roberts furchtbare Stimme. Zitternd schlichensie, Hand in Hand, an dem Gehäge hin. Jedesrauschende Blatt erschröckte sie. Nirgends zeigte sichein Ausweg. Schon waren die Armen entschlossen,wieder in ihren Kerker zurückzukehren, als Jakob inder dichten Hecke eine Lücke erblickte, durch welche er,mit Mühe, auf Händen und Füßen, sich hindurch-winden konnte. Eben so mühsam kroch ihm Lisettenach, und bald befanden sich Beyde im Freyen. Aber