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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
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148
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Wie'geht es mit Euerem Lämmchen? fragte end-lich der Vater mit bedeutendem Blicke. Ist es nochim-merEuere Freude, noch immer das liebe, guteHänschen?

So so! antwortete Wiprecht mit gleichgültigerMine. Der erste Anblick hat mich getäuscht. Wersollte wohl glauben, daß ein so sanftmüthig scheinen-des Wesen eigensinnig und boshaft seyn konnte?

Der Vater. Ich bin begierig, die Beweise zuhören.

wiprecht. Sehen Sie. Mich kann es garnicht ausstehen. Wenn lch mich ihm nähere, um esliebzukosen.... husch, macht es einen Seitensprungund weg ist es! Ertapp' ich es dann zuweilen, o dasollten Sie sehen, wie es sich windet und sträubt, bises sich wieder losgerissen hat.

Der Vater. Gegen Heinrich wird es wohleben so sich betragen?

wiprecht. O nein! Gerade das Gegentheil!Eben dieß ärgert mich am meisten. Kaum ruft Hein-rich... im Augenblicke steht Häuschen da, steht ihnso freundlich an, als wenn es fragen wollte: was erbefehle ? Hüpft um ihn herum, leckt ihm die Hände,läßt sich haschen und streicheln. Nur ich allein darfdas eigensinnige Geschöpf nicht berühren.

Der Vater. Mir scheint es, Wiprecht, dasLämmchen sey wohl weniger eigensinnig nnd boshaft,