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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
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159
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O! fiel Edmund spöttisch ein. Das wird sichbald zeigen. Manldarf ja nur den gutmüthigen jun-gen Herrn hohlen und ihn recht scharf fragen.Und schnell sprang er die Treppe hinab, suchte denarmen Kleinen auf, packte ihn bey der Brust , undführte ihn, wie einen armen Sünder herbey. FrauBürger mißbilligte diese harte Behandlung, und fragtemit sanftem Tone: Ist es wahr, Stephan, baß duin meinen Garten gestiegen bist und mir Traubenund Aprikosen entwendet hast? Es fällt mir schwer,dich schuldig zu glaube». -Aber hier sind Zeugen.Kannst du dich vertheidigen? O rief der trozigeAnton dazwischen, wie sollte sich der langfingrigteBube vertheidigen können? Wir sahen's ja mit un-seren eigenen, gesunden Augen, wie er über dieGartenmauer hinübersprang.

Da stand nun der gute Knabe, erschrocken,als wenn ein Bliz vor ihm in die Erde gefahrenwäre. Er konnte keinen Laut zu seiner Vertheidi-gung hervorbringen. Thränen erstickten die Worte,die er hervorzubringen sich bemühte. Diese Verwir-rung , das Stillschweigen, die Thränen. . . Allesvergrößerte den Verdacht der Frau Bürger. NurPhilippine allein schrieb diese Verlegenheit der wah-ren Ursache, dem furchtsamen, schüchternen Charack-ter des Knaben zu, und behauptete immer: er seyunschuldig.