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Predigt bey der Beerdigung eines den 6ten July 1788 durch einen Strahlstreich getödteten Ehepaars, nemlich Hrn. Rathsherrn Ulrich Knöpfels und Frau Barbara Müllerin, welche beyde Sonntags den 9ten July bey der Pfarrkirche zu Hundweil beerdiget worden sind / gehalten von G. C. Scherrer, Pfarrer daselbst
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Seite
9
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Muß ich euch das beweisen, müßt ihr es nichtjeden Tag euers Lebens fühlen, daß es unwidersprech-, liehe durch tausend Beyspiele erprobte Wahrheit ist?

Habt ihr es nicht besonders letzten Donnerstag aufs! lebhafteste fühlen können? Sagt! habt ihr nicht drangedacht? wenigstens hattet ihr volle Ursachdazu, daso ein fürchterliches Ungewitter schnell daher kam,und euch so unvermuthet erschreckte, durch das Ge-braust des wütenden Sturmwindes, durch das Ge-töse eines entfernten Hagels, durch die herabstürzen-den Wassergüsse, durch die flammcnvollen Blitze,durch die schrecklich schmetternden, schnell auf ein-ander folgenden, einschlagenden Donnerstreiche? konn-tet ihr nicht, da ihr dieß alles hören und sehen muß-tet , ehe ihr selbst etwas von dem unglücklichen Zu-fall wußtet, der erst recht euere ganze Empfindungmußte rege machen/konntet ihr nicht da schon fühlen,daß zwischen euch und dem Tode nur ein Schritt sey?Wie so jedes dastehen, staunen und warren mußte,was geschehen werde, ohne etwas thun zu können!Wie der Angesehene so wie -er Verachtete, der Starkeso wie der Schwache, ohne steh selbst oder andernhelfen zu können bleiben mußte und jeden Augenblickungewiß war, wann ihn oder die Seinigen ein la-dender Streich treffen werde. O fühltet ihr da nichteuere Kleinheit und euere nahe Verwandtschaft mitdem Grabe? Aber wie viel mehr mußtet ihr nichtvon diesem Gedanken erschüttert werden, da euchder traurige Bericht bald ein Zittern abnöthigte,daß einer von diesen Strahlstreichen mit unaufhalt-barer Kraft in die Wohnung eines lieben und geschätz-ten Vorstehers unserer Gemeine eingedrungen, wieer da die fürchterlichen Spuren seiner alles durchdrin-genden