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Deutsche Sprachlehre für die zweyte deutsche und folgende Real-Schulen des Gymnasiums der Stadt St. Gallen / [Johann Michael Fels]
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10
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Daraus laßt sich leicht einsehen , daß solche Wörterhauptsächlich durch Zeiten, und durch den Hauptum-stand, ob das Ding/ von dem die Rede ist/ sich selbstthätig zeige, oder ob von andern Dingen auf das-selbe gewirkt werde, veränderet werden müssen.

Solche Zeitwörter setzen stets voraus, einePersonoder Sache, die da seye, thue oder thun werde;oder eine Person oder Sache, auf welche gewirktwerde. Stets muß also auch ein Hauptwort oderein Fürwort (dieß letzte ist am gewöhnlichsten, Z. B.ich liebe, er ließt, sie spazieren, welche zu Abendgeessen haben re.) dabey stehen, und daran das Zeit-wort erkannt werden. A. B. Der Abend ist schön;die Gegend und deren Schönheiten entzücken mich;dre Sonne erleuchtet, erwärmt und befruchtet dieErde, und schafft uns viele Freuden.

§ 02 .

7. Ncbenwörter erklären und bestimmen einZeitwort, bey denen sie allein stehen können, also,daß sie bald einen nähern Umstand, bald eine deut-lichere Beschaffenheit anzeigen, mit welcher wir einDing durch das Zeitwort beschreiben wollen; seyenun iene Beschaffenheit ausser dem Dinge oder andem Dinge selbst befindlich. Beyspiele ersterer Artsind: heute, morgen, weit, oben, vielleicht, sehr,kaum; Beyspiele der andern Art sind: schön, klein,groß, schwarz, gut, n. s. w. Welches sind die Neben-wörrer in folgenden Beyspielen?: Ehrlich währt amlängsten; unser Lehrer liebt uns gar sehr; ich kannmich nicht lange aufhalten; man muß vorsichtig leben,wenn man ruhig sterben will; ernstlich beten, fleißigarbeiten, und sparsam leben, macht, daß man wohldurch die Welt kommt. Nota. Ein fast immersicheres Kennzeichen solcher Ncbenwörter ist, wennman bey einem Zeitworte fragen kann, wie? ;. B.er ist gefallen, wie? tief; er kann lesen, wie?

gut;