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Charakteristische Thierzeichnungen zur unterhaltenden Belehrung für Jung und Alt / Hrg. von Dr. Rudolph Meyer ; [Ill.:] Martin Disteli
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bietender Blick dringt in seine Brust und überwältigtihn. Der Löwe läßt den Gefangenen frey und ent-weicht; doch wenn dieser ungeduldig das Messer ergreiftund mit gewaltigem Stoß ins Herz ihn trifft, danngewinnt der Löwe Muth im Sterben; wirft sich brüllendüber den Helden und zerfleischt liegt dieser neben demüberwundenen Räuber. Nur wenn der Sieg ihmleicht geworden, wird er frech und furchtbar; so verfolgter grausam wie ein Todesengel den Buschmann undfordert täglich brüllend sein Opfer von der Horde.

Wer aber mit Gewalt ihn nicht bezwingt, entfliehtihm durch List; der einsam Reisende trägt den Stabmit dem schwarzen Federbusch, auf diesen stürzt sichblindlings der Tyrann. Auch ein Schwacher wagtes den Löwen aufzusuchen, wenn dieser, von Blutberauscht, bey der Hitze des Mittags schläft; der ver-giftete Pfeil hat ihn sicher getroffen, er flieht erschrockenund betäubt von der Seite der Löwin weg, währenddas Gift, die Kräfte lähmend, durch die Adern schleicht.

Der Beduine dringt ins tiefe Dickicht, zuin Lagerder Löwin, und keck ergreift er die Jungen; die Löwinverfolgt heulend die Spur; doch umsonst ist ihre Raserey,und wenn sie den Verwegenen erreicht, dieser schickt ihrden tödtlichen Speer entgegen, bevor sie zum Sprungesich gestellt.

Der junge, gefangene Löwe wächst auf, seine Ohren,seine Krallen richten sich empor, um den dicken Hals