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Charakteristische Thierzeichnungen zur unterhaltenden Belehrung für Jung und Alt / Hrg. von Dr. Rudolph Meyer ; [Ill.:] Martin Disteli
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das weidende Thier. Er hat eS erzielt, hat die Klaue»tief ins Genick ihm eingeschlagen, die Ader zerbissen.Die Klauen halten fest, gierig schlürft er das Blut,sein Auge weidet sich an den Zuckungen.

List und Bosheit halten im Luchs ihre Netze ver-steckt, sie haben ihm die Sinne geschärft, die Waffengeschliffen. Sein falber, getigerter Pelz verräth ihnnicht im braunen Laub, und nicht, wann er auf demAste hingestreckt das Elenthier, den Hirschen erlauert.

Sein Körper gedrängt und kräftig, ist dennoch ge-schmeidig wie die Schlange, und zugleich hat er desHirschen Schnelle, des Marders Behendigkeit. Seineschwarz umsäumten Ohren, die in spitzen Haaren enden,sind immer aufgestellt, die Augen schauen vorwärts ausdem breiten, schalkhaft lächelnden Gesichte. Jene ver-rathen ihm den Raub, welcher diesen noch verborgenist, und immer offen und gespannt sind seine Sinne,und als wollten sie zugleich das Geräusch seiner eigenenTritte wieder auffangen. Ein Feind der Tageshelle,läßt er sie nur durch feine Spalte in die Kammer seinesAuges treten; aber in dunkler Nacht erweitert er sie,und das eigne, böse Licht schreckt und blendet auf weiteFerne hin. In seine starkeil Kiefer ist das Gebiß ge-faßt, und drohend stehen die Hackenzähne hervor. Wieder Schmuck eines Satans stehn ob dem Auge dreyweiße Borsten aufgerichtet, und über den Lippen diestarken Schnurren. Auf dicht behaarten Ballen tritt er