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Charakteristische Thierzeichnungen zur unterhaltenden Belehrung für Jung und Alt / Hrg. von Dr. Rudolph Meyer ; [Ill.:] Martin Disteli
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Waldes wie Hundegebell und wildes Jauchzen; wahrenddie Käuze selber unsichtbar sind und nur wie Schattenim Vorüberfliegen mögen erkannt werden. MancherWanderer geht erschrocken und hastig fort, weiß nichtwohin er sich wenden soll bey der Verwirrung im Waldeund dem Kauzensubel, und findet sich am Ende wiederda, von wo er ausgegangen. Das ist der wilde Jäger,die Geisterjagd, die geht von Burg zu Burg und ver-kündet Krieg. Bricht der Lag an, so sind die Jäger heim-gezogen, und der Kauz sitzt wieder zu Neste, so gelassen,so unschuldig und friedlich, als hätt' er sich nie von seinemHorst erhoben; und immer noch gilt er für das Bild derWeisheit, und die Bälge der Mäuse, der Spatzen undFinken, die er gefressen , und als Gewölle wieder von sichgibt, halten abergläubische Leute vom Himmel gefallen.

Den Adlern ist er Feind; sie werden am Tage leichtseiner Meister, wenn er sich heraus läßt; aber desNachts greift er an. Drum' halten ihn die Jäger zurKurzweil und bezahlen ihn gut. Sie binden ihn amBeine fest, und hangen ihm wohl auch einen Fuchs-schwanz an; so stellen sie den Schalksnarren ins Freye.Er treibt auch da allerley Possen, blinzelt mit denAugen und knarrt mit dem Schnabel. Die Vogel kom-men herbey und dem Jäger zu Schusse; doch hackt erauch mit seinem Krummschnabel auf diesen los. DieJäger werden am Ende müde ihm länger zu fressen zugeben, und nageln ihn selber ans Scheunethor.