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Charakteristische Thierzeichnungen zur unterhaltenden Belehrung für Jung und Alt / Hrg. von Dr. Rudolph Meyer ; [Ill.:] Martin Disteli
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Der Gimpel.

Im schwarzen Rock und langer Scharlachweste, sitztder Vogel stattlich auf dem Sedel da, wie ein Capell-meister auf seinem Catheter. Obgleich er wohl beleibt unddick sein Kopf ist, hupft er doch ungeduldig hin und her,tritt wieder auf seinen Sedel und schaut sich um, obdie Zuhörer, und Bewunderer sich versammelt haben.Da schwenkt er im Takte hin und her das Haupt, öffnetden dicken Schnabel, beginnt die Strophe einer Arie zuflöten; setzt ab und fängt von Neuem an, als wollt'er die Aufmerksamkeit fesseln. Nun wagt er es endlichdas Lied zu vollenden. So rein, so rührend und schmel-zend ist sein Vortrag, und selbstgefällig über seine Arbeit,kommt immer wieder ein Da Lupo, On 6-ipo. Himm-lisch schön, ruft alles aus; so ganz nach Mozart. Aberhorch, die Variationen dazwischen! Wie klirren dieLäufer- wie schwirren und schweben die Triller, einerLerche in den Lüften gleich. Etwas hart scheint esmir, und nicht ganz harmonisch; doch originell. Wie,was kommt da? das Schmettern des Kanarienvogels,das Tüten und Zirpen des Ammers, das Gepfiff desSpatzen? So, so, nun kenn ich den Herrn; es istder Gimpel, der dem Finken nachsingt wie dem Rohr-sperling. Er hat seine Compositionen von der Anrzacher-