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Charakteristische Thierzeichnungen zur unterhaltenden Belehrung für Jung und Alt / Hrg. von Dr. Rudolph Meyer ; [Ill.:] Martin Disteli
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ihm rechten und zanken, das kümmert ihn wenig; erbleibt ruhig sitzen und disputirt ihr gelehrt und eindring-lich mit dem Schnabel das Recht ab. Verjagen ihnaber lose Buben und zerstören sein Nest, so baut er,wie zum Trotze, wieder an dieselbe Stelle. Er hütetsorgfältig seine Eyer, und geht die Frau zu Besuche oberspazieren inS Kornfeld, so muß der Mann zu Hausesitzen. Drum keifen sie öfters mitsammen, und wer vonbeyden eigentlich Meister ist, weiß man nicht.

Des Morgens früh sind die Sperlinge schon in eifrigemVerkehr unter einander begriffen, und doch leben sie inden Tag hinein; aber ihre Klugheit hilft ihnen über-all durch; Sorge drückt sie nie. Der stärkste Frostschadet ihnen nichts; sie halten sich still und enge zu-sammen, streiten sich um den besten Platz, und jedersucht in die Mitte zu kommen. Dabey blasen sie ihreFeder» auf, decken sich damit bis zu den Fußen; ziehenden Kopf zwischen die Schultern, daß nur Schnabel undAuge aus dem Federpelze hervorstehen. In der Erndtegehen sie aufs Feld, im Winter besuchen sie die Kornbödenund Scheunen, sehen durch die Klausen und kriechen inalle Löcher. Ochsen nehmen sie das Futter vor dem Mauleweg; auch setzen sie sich an die Fenster und schauen denLeuten unverschämt ins Zimmer hinein, stellen sich verlassenund nehmen , wenn sie auch nicht hungrig sind, das Brod,welches man ihnen hinlegt; zuweilen kommen sie in die Stu-ben, wenn sie ihre Leute kennen, und thun gar zutraulich.