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Interessante Züge aus dem Jugendleben berühmter Künstler, Gelehrten, Kraftgenies, und anderer merkwürdiger Personen : Zur Nacheiferung für die heranreifende Jugend ... / von Johann Friedrich Franz, evangel. Pfarrer in Mogelsberg, K. St. Gallen
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einer von den wenigen Fürsten, welcher der Lieb«nicht opferte; auch trank er selten Wein. Ersprach wenig, war aber stets voller Gedanken,und im Arbeiten unermudet. Er besaß alle Tugen-den eines Helden, aber in einem Grade, welcherdieselben eben so gefährlich, als die entgegengesetz»ten Laster macht. Seine Festigkeit gieng bis zurHartnäckigkeit; sie verursachte sein Unglück in derUkraine, und hielt ihn fünf Jahre in der Türkeizurück. Seine Freigebigkeit artete in Verschwen-dung auS; sie ruinirte Schweden. Seine Herz«haftigkeik stieg bis zur Verwegenheit, und verur-sachet« seinen Tod. Seine Gerechtigkeit ward oftzur Grausamkeit.

Als er einst als Knabe im KurtiuS las, fragteman ihn, was er vom Alexander dem Großendächte?Ich denke, antwortete er, daß ich ihmähnlich seyn mochte." Aber er hak nur 32 Jahregelebt? sagte man weiter.Nun, ist das nichtgenug, erwiederte der Prinz, wenn man König-reiche erobert hat? "

Er war 15 Jahre alt, als sein Vater mitdem Tode abgieng, nach dessen Testamente er bisins 18te Jahr unter der Vormundschaft seinerMutter stehen sollte; allein, er ließ sich noch das-selbe Jahr für mojorenn erklären. Bei der Aro-