mit meinenden Augen die Hände ringen, wennsie mit dem, was der angestrengte Fleiß und selbstdurchwachte Nachte deS Gatten gefertigt hatten,wieder nach Hause kam, ohne den Käufer gefun-den zu haben.-' — Sein Vater war nämlich einarmer Leinweber in Chemnitz. —
„Meine guten Eltern thaten was sie konntenund ließen mich eine Kmderschule in der Vorstadtbesuchen. Ich erhielt das Lob, daß ich alles ge-schwind begriffe, und viel Lust zum Lernen hätte.Schon i>n zehnten Jahre hatte ich, um das Schul-geld aufzubringen, ginem Kinde mesnes NachbarsUnterricht im Lesen und Schreiben gegeben. Damich der gemeine Schulunterricht nicht weiter füh-ren konnte, so kam es auf eine Privatstunde an,in welcher ich zum Latein angehalten werden sollte.Aber hierzu ward wöchentlich An guter Groschen er-fordert, den konnten mir meine Eltern nicht geben.Lange trug ich diesen Kummer mit mir herum.Ich hatte einen Pathen, der ein wohlhabenderBecker war. An einem Sonnabend ward ich zudiesem geschickt, um ein Brod zu holen. Mit nas-sen Augen trat ich in das Haus. Auf die Frage:warum ich weinte, brach ein Strom Thränen los,und konnte kaum die Ursache meines Schmerzes