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daß er mit Noth seinen Namen zu schreiben ver-stand, und so unbehülflich war, daß er selbst nachFreudenberqerS Tode bei dessen Wittweblieb, und seine eigenen geistreichen und sehr ge-suchten Zeichnungen bei ihr und für sie um gesetz-ten Tagelohn verfertigte. Nach Freudenber-gers Tode erst war es ihm vergönnt, sein eigen-thümliches Talent an den Gegenständen zu ent-wickeln, denen er sein ganzes Leben hindurch mitbesonderer Liebe zugethan war, und die er ebendarum auch mit solcher Treue und Wahrheit dar-zustellen wußte. Der Zustand der Bauerkiudsr,ihre Leiden und Freuden , ihre Spiele und Zänke-reien , der derbe Hochmuth der Wohlhabenden,und die schüchterne Armseligkeit der Dürftigen, al-les stand in lebhafter Erinnerung vor seiner Fan-tasie, die sich gern in jene erste und einzige Zeitseiner Freiheit versetzte. Daher sind seine meistensnur auf kleinen Blättern ausgeführten Neckereien,Balgereien und Schlittenfahrten der Kinder mithalberfrornen und doch fröhlichen Gesichtern inihrer paulchenden und doch nicht »»malerischenTracht, seine Bettelbuben mit Lumpenkram aufdem Rücken, wahrhaft geistreich und ergötzlich.Bei feinem eingeschränkten Stubenleben hatte er