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N o s w i t h a,
Nonne im K. GnnderSheim - im loten Jahrh.
Zu einer Zeit, wo der Aberglaube die Wis-senschaften in den christlichen Abendländern beinahegänzlich unterdrückte, erheb sich diese teutsche Nonnedurch die Stärke ihres Geistes, durch ihre unge-meine Lernbegierde und seltene Gelehrsamkeit, durchihren Witz, Eifer und Frömmigkeit über den Pö-bel von Geistlichen und vermeinten Gelehrten ihresJahrhunderts, und gab dadurch der Welt ein Bei-spiel, das sie nicht aufhören wird zu bewundern.
Roswitha hatte durch eigene Bemühungen,durch heftn und Nachdenken ihre Fähigkeiten biszu einer Gelehrsamkeit entwickelt und gestärkt, diefür ihr Zeitalter gründlich und weitläuftig genanntwerden konnte. Sie hatte die Gottesgelehrsamkeitund Weltweisheit, wie sie damals gelernt werdenkennte, völlig inne. Sie war mit der Gelehrsam-keit der alten Welk, mit der lateinischen und grie-chischen Sprache, mit der Geschichte und Mathema-tik selbst bekannt, und giebt davon in ihren Schrif-ten unverkennbare Spuren.
In einem ihrer Lustspiele, Paphnuzius