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»Feinde von Ew. Majestät und uns haben inZhrer Abwesenheit Händel angefacht, und wer-fen nun die Schuld auf die Unschuldigen. Ge-zwungen haben Unsre Voreltern zur Behauptungihrer Freiheit, und eben so gezwungen habenauch wir die Waffen ergriffen; aber wir wollensie bei Seite legen, sobald uns ein billiger WegRechtens geöffnet wird, und Ew. Majestät lie-ber seiner angebornen Gute, als unsern Ver-läumdern Gehör giebt. Anders waschen wir vorGott und Menschen unsre Hände rein von demvergoßnen Blute dieses Krieges, Und erwartenunsre Siege weiters vom Himmel, oder ziehenden Tod einem schändlichen Frieden vor."
Ein Mädchen mußte dieses Schreiben nachConstanz dem Kaiser bringen. Es stand, währendman im Schloß den Brief las, im Hof und warteteauf Antwort. Die Bedienten fragten das Kind:
Fr. WaS machen die Schweizer auf ihremPosten?
A. Sie erwarten Euch.
Fr. Wie viel sind ihrer?
A. Genug, um Euch fortzujagen.
Fr. Ist das eine Antwort?