32 -
daß man ihn leicht zu einer bessern Beschäftigungfähig halten konnte. Der König fragte ihn, woer her wäre, was er sey, und was er verdiene?Der Knabe, der ihn nicht kannte, gab ihm mitDreistigkeit zur Antwort: „Ich bin von Berry,und heiße Stephan; ich bin hier ein Küchen-junge, und verdiene so viel als der Konig!" Wieviel verdient denn der König? fragte ihn Ludwig.„So viel als er braucht," gab Stephan zurAntwort, „ und ich eben so viel."
Diese freimüthige Antwort erwarb ihm dieGnade des Königs, bei dem er Kammerdienerward, und nach der Hand viele Wohlthaten genoß.
1 -«
Friedrich Taub mann,Professor der Dichtkunst zu Witteuberg,
geb. im Mai 1Z65, gest. im Febr. 1613«
Zu Wonsees, einem unbedeutenden Markt-flecken bei Bayreukh, wurde Fr. Taubmanngeboren. Sein Vater Markus war ein Schuh-macher und zugleich Ortsburgermeister. Schon inseinem frühesten Alter verlor er ihn durch den Tod;sein nachherigsr Stiefvater, seiner Pro-session, einSchneider, nahm sich aber seiner redlich an, und