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Joh. Christ. Krüger,Schauspicldichter.
Ärüger, in Berlin 1722 von sehr armen Elterngeboren, beschreibt in einem Gedichte seine armseligeGeburt und Erstehung selbst sehr natürlich auffolgende Weise:
Ich, den die Eltern selbst nicht gerne kommen sehen,Weil sie durch meine Roth nur ihre Noth erhöhen,Bring ein rechtschaffnes Herz, sonst nichts mit auf die Welt,Und finde kaum für mich ein Windeltuch bestellt.
Das Jahr zehr bald vorbei, da ich die Brust gesogen,Dann werd' ich kümmerlich bei grobem Brod erzogen.Man beugt mich untersJoch, und fragknicht: biffdusatt?Der Schulthurm, hörst du nicht, daß er geläutet hat?Die Weisheit speiset da die lehrbegier'ge Seele,
Und die vergißt, daß noch dem Magen etwas fehle.Kaum schrieb' ich, und ich muß um mein Verdienst schon
fleh'n,
Und muß in Kinderschuh'n mein Glück schon suchen geh'n,Muß meine Gönner oft, was sie befehlen? fragen.
Weil sie mir helfen? — nein; blos weil sie mich beklagen,Und wenn mein saurer Fleiß den Lohn zu erndten denkt,So thut mein Gönner gar, als ob er ihn mir schenkt.Weh' mir! wenn ich ihn nicht als einen Gott verehrte,Um einen Arbeitslohn, der dreifach mir gehörte.