Band 
Band 1.
Seite
709
JPEG-Download
 

709

lag eine grosse gewölbte Bronzeperle und zur Linken standen folgende Gefässe : Einerot gefirnisste Schale mit konischem Unterteil und cylindrischem Oberteil, eine konischeSchale mit einwärts geneigtem Rande und 2 Terra-sigillata Schalen, mit Fussmarke aufdem Boden, gewölbtem Unterteil und cylindrischem Oberteil, durch vortretenden Gratgetrennt. Eine an gleicher Stelle gefundene Glasschale ist nicht mehr vorhanden.Neben diesen Gefässen lag ein eisernes Messer mit spitziger Klinge und ein eisernerFingerring mit Glasflusseinlage in seiner Platte. Am südwestlichen Ende des Grabeswurden eine Anzahl kleiner eiserner Nägel, die Reste des Sandalenbeschläges derLeiche gefunden. Grabskizze Taf. LXXXIX, Fig. 4.

Grab Nr. 433. Bodenschichtung: Humus 0,80 m, Kies. Deckung: grosse Granit-platten. Wände: Steinkranz. Tiefe bis auf die Platten: 1,20. Lichtmasse des Grabes:tief 0,40 m, breit 0,80 m, lang 2,00 m. Richtung: NO./SW. Unmittelbar an dernordöstlichen Kopfwand des Grabes, zur Linken des Bestatteten, lag eine flache eiserneLanzenspitze mit rautenförmigen Flügeln, deren Dülle nach Südwesten gerichtet warund etwas unterhalb derselben, wohl auf der Schulter der Leiche, eine kreuzförmigerömische Scheibenfibel aus Bronze. Fast in der Mitte des Grabes wurden nachfolgendeFundstücke ausgehoben: 7 durch Oxidation aneinander geklebte römische Bronze-münzen aus der Zeit des Kaisers Augustus, mit den Stempeln einiger seiner Münz-meister, welche den damaligen vornehmen Familien Roms entstammten. Neben diesenMünzen standen folgende Gefässe: Ein kleiner kürbisförmiger Becher, dessen Bauchmit Roulettestreifen geziert ist, eine Reibschale der gewöhnlichen römischen Form undin derselben ein Teller mit leicht gewölbtem Boden und niedriger, nach, aussen ge-neigter Seitenwand. Noch mehr südwestlich lag ein halbkugelförmiger eiserner Schild-buckel, mit der Höhlung nach oben gekehrt und unweit von demselben, auf der linkenSeite des Grabes, ein grosses eisernes Messer mit spitziger Klinge und flacher Angel.Am südwestlichen Ende des Erstem stand ein grosser kürbisförmiger Henkelkrug, mitenger, vom Henkel umfasster und von einem Doppelwulst umgebener Mündung. Grab-skizze Taf. LXXXIX, Fig. 5.

Grab Nr. 471. Bodenschichtung: Humus 1,00 m und Kies. Deckung: Feldsteineund Granitplatten. Wände: Steinkranz. Tiefe bis auf die Platten: 1,20 m. Lichtmassedes Grabes: tief 0,40 m, breit 0,60 m, lang 2,20 m. Richtung NO./SW. Ungefähr0,30 m von der nordöstlichen Kopfwand entfernt wurde zur Rechten der Leiche einenach Nordosten gerichtete eiserne Lanzenspitze früh-römischer Form gefunden. Nahebei derselben kam der Handgriff eines der Länge des Grabes nach liegenden eisernenlanzettförmigen Schwertes zum Vorschein, von dessen Scheide das eiserne Beschlägenoch grossenteils vorhanden ist. Neben diesem Schwerte lag der eiserne, zu der oben