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wurden, wie wir gesehen haben, keinerlei Waffen und auch nur wenige auf Boden-kultur hindeutende Geräte gefunden. Ueber den mutmasslichen Namen derselben ent-nehmen wir den diesbezüglichen Arbeiten der beiden Philologen d’Arbois de Ju-bainville in Paris und Her big in München die nachfolgenden Ergebnisse:
Der Erstere machte die Entdeckung, dass die auf asco oder asca endigendenOrtsnamen ligurischen Ursprungs seien. Im Kanton Tessin fand er 26 solcheOrtsnamen, von denen uns speziell die Namen unserer zwei wichtigsten GräberfelderGiubiasco und Cerinasca interessieren. Der hiefür geleistete wissenschaftliche Nach-weis, auf den wir hier nicht eintreten können, fand allgemeine Anerkennung, allerdingsnicht für das ganze, von d’Arbois de Jubainville als Heimatland der Ligurer bezeichnetegrosse Gebiet.
Sodann hat Herbig die Tongefässe von Giubiasco mit vorrömischenGrafitti untersucht und das Ergebnis seiner Arbeit im „Anzeiger für schweizerischeAltertumskunde“, Band VII n. F. Jahrg. 1905/06, pag. 187 u. f. veröffentlicht. SeineForschungen liefern den Beweis, dass diese Grafitti in dem von Mommsen undPauli aufgefundenen Nordetruskischen Alphabete von Lugano geschriebensind und dass sie der Sprache nach zu den Inschriftengruppen gehören, welche vonden einen Forschern als keltisch (gallisch), von den andern als ligurisch be-zeichnet werden.
Gestützt auf diese Untersuchungen glauben wir annehmen zu dürfen, dass diefrüheste bleibende Besiedlung des Tessintales im achten Jahrhundert v. Chr. stattfandund dass diese ersten Ansiedler, aus der Po-Ebene eingewanderte, Ligurer waren.Diese Urbevölkerung blieb bis zum vierten Jahrhundert v. Chr. im alleinigen Besitze
des Tessintales und seiner Nebentäler. Im Anfänge des genannten Jahrhunderts, als
die Gallier die westlichen Alpenpässe überstiegen, in die Po-Ebene einfielen undihren Raubzug bis nach Rom fortsetzten, scheint ein Teil derselben, dem Laufe desTessins folgend, in das obere Tessintal eingedrungen zu sein. Die dortige ligurischeBevölkerung, ausser Stande, sich gegen diese gut bewaffneten Schaaren zu verteidigen,wurde gezwungen, ihre Wohnsitze mit denselben zu teilen. Von da an können wirdeutlich die stetige Zunahme des gallischen Einflusses auf die alte ligurische Bevölke-rung beobachten.
Während der Früh la-Tene Periode äussert sich derselbe anfänglich nur durch
das Erscheinen von Früh la-Töne Fibeln, welche wohl durch Tauschhandel in die
Hände der ligurischen Bevölkerung gelangten und von dieser als Schmuck verwendetwurden. In den jüngern Gräbern dieser Periode fand man dagegen an Geräten bereitseinige Messer und 3 Hacken und an Waffen: 5 lange Lanzenspitzen, 3 Hirschfänger