1. Das Zählen der Münz.
Am 1. August 1851 begann im Westen unseres Vaterlandes in den,KantonenGenf und Waadt die Einziehung und Umwechslung der kantonalen Münzen; nachOsten fortschreitend ging die Einlösung zu Ende während der Monate Juni und Julides folgenden Jahres in den Kantonen Graubünden und Tessin . Eine nachträglicheEinlösungsfrist für die ganze Schweiz , gültig vom 15. August bis 31. August, brachtedie Zahl der eingesammelten Geldstücke auf 65823017. Die meisten dieser Stückesind viele Jahrzehnte, große Mengen derselben sind ein paar Jahrhunderte von Handzu Hand gegangen und haben unzähligemal den Besitzer gewechselt. Und wir wollenzuerst untersuchen, was unsere Vorfahren dabei getan haben. Sie haben gezählt undgerechnet. Man zählte:
1) in St. Gallen , Appenzell , Thurgau und Schaffhausen nach Reichsgulden zu60 Kreuzern zu 4 Pfennigen oder 8 Hellern, selten nach Schweizerfranken zu 10 Batzenzu 10 Rappen;
2) in Zürich nach Zürchergulden zu 40 Schillingen zu 12 Hellem oder zu60 Kreuzern zu 8 Hellern, ferner nach Schweizerfranken zu 10 Batzen zu 10 Rappen;
3) in Glarus nach Glarnergulden zu 50 Schillingen zu.- 3 Rappen oder zu50 Schillingen zu 6 Angstern, aber auch nach Reichsgulden zu 60 Kreuzern, undendlich nach Schweizerfranken zu 10 Batzen zu 10 Rappen;
4) in Graubünden nach Bündnergulden zu 70 Bluzgern oder zu 60 Bündner-kreuzern, ferner nach Gulden zu 15 Bündnerbatzen zu 4 Bündnerkreuzern;
5) in Schwyz und Uri nach Schwyzergulden zu 40 Schillingen zu 6 Angstern;
6) in Luzern und Unterwalden nach Luzernergulden zu 40 Luzernerschillingenzu 6 Angstern zu 2 Hellern, auch nach Schweizerfranken zu 10 Batzen zu 10 Rappen;
7) in Tessin nach.Lire zu 20 Soldi zu 10 Denari oder zu 20 Soldi zu 4 Quatrini;
8) in Neuenburg nach Livres zu 20 Sous (Sols) zu 12 Deniers;
9) in Genf bis 1. Januar 1839 nach Livres zu 20 Sous zu 12 Deniers oder nachFlorins zu 12 Sous zu 12 Deniers, seither nach französischen Francs zu 100 Centimes;
10) in den übrigen Kantonen Wallis , Waadt , Freiburg , Fern, Solothurn , Aargau -und Basel nach Schweizerfranken zu 10 Batzen zu 10 Rappen, auch nach Livres zu20 Sols zu 12 Deniers.
Damit sind, wie wir später sehen werden, die Arten des Zählens noch nichterschöpft. Man muß sich ja nicht vorstellen, daß jeder andern Zählweise wieder einebesondere Gruppe von Münzstücken entspreche. Das trifft nur ausnahmsweise zu.
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