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Neue Beiträge zur Schweiz. Münz- und Währungsgeschichte / von J. Schüpp
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prägung bezeichnet man unsere Währung als hinkende Goldwährung. Sie ist eine Gold-währung, weil nur unsere Goldmünzen nach außen als Zahlungsmittel verwendet werdenkönnen, und weil durch die Münzstätten in Paris und Bern Goldprägungen für Rechnungvon Privaten stattfinden. Unsere Währung ist eine hinkende Goldwährung, weil die vor-handenen bis 1879 geprägten Silbertaler auch noch Kurantgeld sind. Im Laufe der letztenJahrzehnte ist in den Räten vielmal der Übergang zur Goldwährung in Diskussion gekommen.Man braucht nur für das silberne 5-Frst. im Gesetze eine Zahlungsgrenze zu bestimmenund es dadurch zur Scheidemünze zu machen. So einfach die Theorie ist, so einfach wäreim Jahre 1860 auch die Praxis gewesen. Jetzt ist der Übergang zur Goldwährung einschwieriges Ding, und die Übergangsbestimmungen im bundesrätlichen Entwurf müsseneine schwere Arbeit gewesen sein. Wir haben nach 1850 Silberwährung gehabt ohne einenVertrag mit einem Nachbarlande; an eigener Prägung hatten wir kaum 1 /io des Betrages,und das Nachbarland hatte Doppelwährung. Wenn wir zur Goldwährung übergehen, so mußzugleich in den vertragslosen Zustand übergegangen werden. Die Zahlungsgrenze für dassilberne 5-Frst. ist ein Widerspruch mit dem Vertragsartikel, welcher die öffentlichen Kassenzur Annahme dieser Geldsorte in unbegrenztem Betrage verpflichtet. Kündigung des Münz-vertrages verbunden mit Heimschaffung der Silbermünzen und Übergang zur Goldwährungsind unzertrennbare Dinge. Für diesen Übergang standen im Jahre 1914 dem Bundesratzwei mächtige Stützen zur Verfügung, welche im Jahre 1850 bei Einführung der Silber-währung fehlten, nämlich die sehr leistungsfähig gewordene eidgenössische Münzstätte unddie Nationalbank.

14. Der Untergang.

Die Zusammenstellung Seite 80 hat der französische Münzdirektor für Ende 1913 gemacht.Die Bevölkerungszahlen sind diejenigen, welche im Zusatzvertrag vom 4. November 1908angenommen wurden. Die Beträge sind die Differenz zwischen dem Nennwert der Prägungenund dem Nennwert der Demonetisationen. Die Zahlen geben aber dennoch nicht den vor-handenen Bestand an. Bei dem Silberbestand Frankreichs sind einige Milliarden abzuzählen;aber doch werden diese Zahlen bei einer Schätzung des derzeitigen Geldumlaufs zum Aus-gangspunkt genommen werden müssen.

Wickel- und Kroiixemünxen. Es sind fünf verschiedene Münzgebiete. DiesesGeld ist sehr stark ünterwertig und kann außerhalb der Landesgrenze gar nicht zu Zahlungenverwendet werden. Ausmünzung in jedem Staat in beliebiger Menge; eine zu große Ausgabehat Einfluß auf die Zirkulation der folgenden Gruppe.

Silbermünzen. Die fünf Staaten bilden für dieselben ein einziges Münzgebiet.Diese Münzen sind 50 % unterwertig, und ihr derzeitiger Bestand ist darum einer sehrgeringen Mortalität ausgesetzt. Das Einschmelzen zu industriellen Zwecken ist hier nichtmöglich; ebenso nicht der Export in ferne Münzgebiete, wie er vor 50 und 60 Jahrenstattgefunden hat. Die Hauptmasse zirkuliert als Kurantgeld im ganzen Münzgebiet ohneZahlungsgrenze; ein kleinerer Teil zirkuliert als Silberscheidemünze mit Zahlungsgrenze,und hier ist die Heimschaffung zum Teil (Italien und Griechenland ) schon durchgeführt.Verträge sorgen dafür, daß dieser Bestand nicht vergrößert wird.