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den Verkauf zu tun. Ob sich das Verbot auf betrüblicheKürzung der Lagen bezieht, deren Zahl die Länge des Stückesangeben soll? — Oder ob hier einer Unsitte gewehrt werdenwill, welcher wir auch noch in der Gegenwart bei rohseidenenStoffen begegnen und die darin besteht, dass beim Umbiegengrosser Breiten auf die Hälfte das untere, verdeckte Endehinter dem obern, sichtbaren zurückbleibt, der Käufer alsoüber die wahre Breite getäuscht wird?
Das wiederholte Verbot der Ausfuhr von unausbereitetemGewebe lässt schliessen, es habe an öftern Versuchen vonauswärts, sich solches Gewebe zu verschaffen, nicht gefehlt.
Wir sind geneigt, hiermit einen Bericht in Zusammenhang;
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zu bringen, den wir von Augsburg her haben. Dort istnämlich in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts nebender lange vorher blühenden Leinenfabrikation auch dieSeidenfabrikation empor gekommen. 5 ) Wo in jener ZeitSeide neben Leinen genannt wird, pflegt es sich um dieFabrikation der feinen, durchsichtigen Gewebe für die damalsso sehr beliebten Schleier zu handeln. Unsere Urkunde vomJahre 1404 meldet uns, dass Seidenhandwerkerinnen vonZürich nach Basel ausgewandert seien; die Vermutung isterlaubt, dass Ähnliches auch gegenüber Augsburg geschehensei. Gewiss hat man in dieser betriebsamen Stadt, die sichim XIV. Jahrhundert zu industrieller Blüte erhob, Zürich umsein schönes Handwerk beneidet; war doch eines der Haupt-
5 ) Friedrich Kohl, Spinnerei und Weberei, 4 - Auflage. Leipzig 1861.Otto Spamer .