Der Regierungsrat des Cantons Basel-Stadt
an den
Hohen Schweizerischen Bnrnlesrat.
Hochgeachtete Herren,
Getreue, liebe Eidgenossen!
urcli Zuschrift vom 7. März d. J. haben wir bei Ihnen die BewerbungBasels um den Sitz des Schweiz . Nationalmuseums erklärt und zudiesem Zwecke die Barfüsserkirche nebst Hof mit der erforderlichenEinrichtung zur Verfügung gestellt, unter Vorbehalt der Genehmigungdes Grossen Rates.
Es ist uns seitdem bekannt geworden, dass gegen diese Anerbietung derEinwand erhoben wird, die Barfüsserkirche sei zu klein, um auch einer künftigenEntwicklung des Nationalmuseums gerecht zu werden.
AVir erinnern dem entgegen daran, dass sich in der Nähe der Barfüsser-kirche und an dieselbe unmittelbar angrenzend noch disponibles Staatsareal befindet,welches circa 1700 m 2 misst.
Für den Fall nun, dass wider Erwarten die Barfüsserkirche nebst Hof sichungenügend erweisen und die Notwendigkeit einer Erweiterung sich ergeben sollte,sind wir bereit, die Einräumung auch dieses Areals zu Zwecken des National-museums und die Errichtung derjenigen Gebäulichkeiten auf demselben, welche alserforderlich sollten bezeichnet werden, in’s Auge zu fassen.
AVir bringen diese Erklärung i-echtzeitig zu Ihrer Kenntniss, damit die am9. Hecember hier zusammentretende eidgenössische Kommission dieselbe in Betrachtzu ziehen in der Lage sei.
Zugleich benützen wir den Anlass, um Sie, getreue, liehe Eidgenossen,samt uns in Gottes Machtschutz zu empfehlen.
BASEL , den 2. Juni 1888. Der Präsident des Regierungsrats:
Dr. Paul Speiser.
Der Sekretär:
Dr. R. Waokernagel.