Einleitung. g
noch eine ganze Anzahl andrer Wissenschaften, worunter besondersauch die physische Anthropologie, die Zoologie und Botanik,ferner die technischen Wissenschaften als Hilfsquellen zur Lösungurgeschichtlicher Fragen beigezogen werden, während andererseitsdie Urgeschichte wieder als Hilfswissenschaft ihrer Schwesterwissen-schaften erscheint.
Es ist noch nicht lange her, seit die Prähistorie ihre Arbeitbegonnen, aber sie hat doch schon bedeutende Erfolge zu verzeichnen.An vielen Orten sind grosse Museen geschaffen worden und zahl-reiche F'unde in denselben geborgen. Allerorten studiert man eifrigsolche Funde und die Urgeschichte, obwohl sie erst über wenige Lehr-stühle an Hochschulen zu verfügen hat, ist als ebenbürtig in denKreis der Wissenschaften aufgenommen worden.
Suchen wir den Gang der prähistorischen Forschung in einemBilde darzustellen! Mancher von uns ist schon auf sonniger Berges-höhe gestanden, während die Thäler in schwere Nebel eingehülltwaren, so dass die Gipfel der Berge gleich Inseln aus dem Meereaufstarrten. Die siegreiche Sonne aber zerteilte die Nebel. Baldda, bald dort wurde ein Kamm frei; deutlicher erschien nach undnach der Zusammenhang der Ketten und endlich lag das Ganzeim Glanz des Lichtes vor uns.
So war es auch mit der Urgeschichte! Früher kannte mannur einzelne Funde, die kaum beachtet und nicht verstanden wurden.Das XIX, Jahrhundert hat hierin Wandel geschaffen gleich der Sonne,die den Nebel zerteilt. Man fing an, jene unverständlichen Dinge,die dem Schoss der Erde entstammten, zu sammeln, zu untersuchen,zu vergleichen und siehe da: Eine neue Welt that sich auf. DieNebel lichteten sich. Je mehr man aber eindrang in die Urzeit,um so deutlicher wurde der Zusammenhang des Erschauten. Heuteschweift der Blick des Forschers frei über Jahrtausende und esrnuss die Zeit kommen, wo die Sonne der Wissenschaft auch dasbeleuchtet, was jetzt noch im Dunkel liegt. Dann wird jeder Ge-bildete das Emporringen der Menschheit aus der Nacht der Wild-heit bis zur Höhe der Kultur klar erschauen können.
In der gezeichneten Aufgabe liegt aber nicht bloss der wissen-schaftliche Wert der Prähistorie angedeutet, sondern auch ihr prak-tischer Nutzen. Nur das kennt man, was man im Werden verfolgte.Wer den Menschen kennen lernen will, muss seine Vergangenheitverstehen. Unser Geschlecht hat sich mühsam von Stufe zu Stufeempor gehoben, oft zaudernd, oft in kräftigem Handeln. Manch-mal scheint es Irrwege eingeschlagen zu haben, aber es warenn ur Umwege; oft zeigten ihm Führer den Pfad, oft auch suchte